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2001
Journal Article
Title
Elektronische Nasen zur schnellen Qualitätssicherung von pharmazeutischen Verpackungen
Abstract
Elektronische Nasen eignen sich sehr gut zur schnellen Gas- und Dampfraumanalytik. Im Gegensatz zur hochauflösenden Laboranalytik wie Gaschromatographie oder Massenspektrometrie entfällt das Auftrennen eines Substanzgemisches in seine Einzelkomponenten. Dadurch werden kurze Messzeiten ermöglicht und selbst bei einem hohen Probendurchsatz kann eine nahezu lückenlose Qualitätskontrolle erreicht werden. Der Anwender erhält damit eine hohe Sicherheit. Die in der Regel kleine Anzahl an abgelehnten Proben muss jedoch weiter mit herkömmlicher Laboranalytik untersucht werden. Auch können Elektronische Nasen keine stofftrennenden Methoden ersetzen, da der Grund für die Abweichung vom eintrainierten Standard aus der Darstellung des Merkmalsraums in der Regel nicht abzulesen ist. Elektronische Nasen mit ihrer schnellen und einfachen "Rot-Grün Aussage" helfen jedoch teuren Folgekosten bzw. Reklamationen durch chargenbedingte Unterschiede bei den Verpackungsmaterialien entgegenzuwirken. Aufgrund der relativ einfachen Matrix von Verpackungspolymeren und den in der Regel gut bekannten "Problemstoffen" können Elektronische Nasen mit geringem Aufwand trainiert werden und so zur routinemäßigen Qualitätssicherung herangezogen werden. Vor allem das Erkennen von Restlösemitteln, Störgerüchen durch Bedrucken oder Sterilisieren, Störsubstanzen durch Siegeln oder Verarbeiten und Restmonomeren sind vielversprechende Applikationen von Elektronischen Nasen. Hierzu wurden am Fraunhofer IVV bereits erfolgreich verschiedene Applikationen entwickelt. Die Grundvoraussetzung sind jedoch langzeitstabile und reproduzierbare Messungen. Dies ist aus heutiger Sicht nicht mit allen am Markt befindlichen Elektronischen Nasen möglich.