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2017
Journal Article
Title
Algorithmen sind das neue Rohöl der Logistik : Interview
Abstract
Die deutschen Logistikdienstleister stehen vor einem Problem: Wollen sie das Thema Digitalisierung effektiv angehen, müssen sie ihre Daten Dritten zugänglich machen. Das würde aber bedeuten, einen großen Teil der Geschäftsprozesse offenzulegen - ein Vorgehen, das bisher auf wenig Gegenliebe bei den Akteueren stößt. Für den Dortmunder Logistikprofessor Michael ten Hompel ist dieses Dilemma ein großes Hindernis auf dem Weg zur durchgängig digitalisierten logistischen Kette. Ausschlaggebend für das Zogern der Logistikakteure ist deren Ansatz, dass der Wert der von ihnen gesammelten und ausgewerteten Daten in erster Linie dem eigenen Unternehmen zugute kommen soll. Das ist aber aut ten Hompel zu kurz gedacht: Beschränken sich die Unternehmen auf die Nutzung der eigenen Daten, sind diese weniger wert, als wenn sie mit den Daten anderer Partner entlang der Supply Chain abgeglichen werden. Hier plädiert der Wissenschaftler dafür, von Google zu lernen: Die von dem Internetriesen gesammelten Informationen werden erst dann etwas wert, wenn sie getauscht werden. Zudem ist die ANgst vor dem Datentausch laut ten Hompel unbegründet: Im Rahmen der Initiative Industrial Data Space wurden die Voraussetzungen erarbeitet, unter denen jeder Beteiligte an der Supply Chain die Souveränität über seine Daten behält. Das heißt, jeder "Data Owner" kann über eine Softwarelösung bestimmen, wer welche Daten wie lange nutzen darf. Zudem sorgt eine "Connector" genannte Container-Software dafür, dass die Daten sich übertragen und vor Missbrauch durch dritte gestützt werden. Um aber das volle Potential zu heben, müssten intelligente Auswertungs-Algorithmen der Daten entwickelt werden.
Language
German
Keyword(s)