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Fraunhofer-Gesellschaft
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  4. Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz auf Arbeit, Beschäftigung und Gesundheit
 
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2025
Book Article
Title

Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz auf Arbeit, Beschäftigung und Gesundheit

Abstract
Im Rahmen der fortschreitenden industriellen Rationalisierung durchdringt die digitale Transformation sämtliche Branchen und Arbeitssektoren. Als eine treibende Kraft dieser Entwicklung erweitert die Künstliche Intelligenz (KI) die Grenzen der Automatisierung und trägt damit zur Substitution bzw. Unterstützung menschlicher Arbeitskraft bei. Der Fachdiskurs über die Auswirkungen des KI-Einsatzes auf Beschäftigung, Tätigkeiten und Qualifikationen wird maßgeblich von ökonomischen Prognosen geprägt. Einschlägige Stu dien sagen eine beachtliche Bandbreite möglicher Substitutionseffekte der menschlichen Arbeit vorher. Schätzungen zufolge könnten zwischen 12% und 47% der gegenwärtigen Arbeitstätigkeiten durch KI ersetzt werden (vgl. Frey und Osborne 2013; Dengler und Matthes 2018). Damit einhergehender potenzieller Arbeitslosigkeit stehen neue Beschäftigungsmöglichkeiten gegenüber, die durch Marktmechanismen und KI-getriebene Geschäftsmodelle entstehen. Angesichts eines absehbaren strukturellen Arbeitskräftemangels erscheint es zu dem zweckmäßig, möglichst umfangreiche Arbeitsverrichtungen auf Maschinen zu übertragen. Intelligente Maschinen führen vor allem Routineaufgaben aus, während situative Tätigkeiten beim Menschen verbleiben. Diese Entwicklung begünstigt eher eine Wandlung etablierter Berufsbilder als deren Verdrängung. KI-Systeme imitieren menschliches Verhalten, ohne Bewusstsein zu entwickeln. Ausschließlich der bewusst wahrnehmende, urteilsfähige Mensch vermag unscharfe Begriffe oder irrationale Sachverhalte zu erfassen, um all tägliche Ermessensspielräume auszuloten und alternative Handlungsoptionen zu verwirklichen. Diese menschlichen Eigenschaften tragen maßgeblich dazu bei, die Adaptivität des Unternehmenssystems im volatilen Marktumfeld zu stärken. Somit bleibt der arbeitende Mensch trotz KI-Einsatz ein unentbehrlicher Akteur im sozio-technischen Arbeitssystem. Informationstechnische Rationalisierungsstrategien bedürfen folglich einer komplementären Ergänzung durch gezielte Humanisierungsmaßnahmen. Hierdurch können menschliche Fähigkeiten und Bedürfnisse zur Geltung kommen. Der Nutzen derart menschengerechter Gestaltungsansätze manifestiert sich in gesteigerter Selbstwirksamkeit und Gesundheit der arbeitenden Menschen.
Author(s)
Braun, Martin
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO  
Mainwork
Fehlzeiten-Report 2025  
DOI
10.1007/978-3-662-71885-8_8
Language
German
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO  
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