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2004
Doctoral Thesis
Title
Ein Vorgehen zur komponentenbasierten Migration von PPS-Systemen
Abstract
Zielsetzung der Arbeit ist die Entwicklung eines Vorgehens für die komponentenbasierte Migration von PPS-Systemen, um zum einen die Anforderungen an aktuelle PPS-Systeme zu erfüllen und zum anderen die Vorteile, die sich durch den Einsatz des Komponenten-Paradigmas ergeben, langfristig zu nutzen. Dabei zielt die Migration auf ein möglichst umfassendes Reengineering ab, bei dem das bestehende PPS-System auf Überführungsmöglichkeiten hin zu einer Komponentenarchitektur untersucht wird. Bestreben ist es, die Migration des PPS-Systems ohne eine vollständige Neuentwicklung, d.h. zum Schutz bestehender Investitionen und unter Wiederverwendung möglichst vieler Ressourcen, durchzuführen. Ein entscheidender Aspekt der Arbeit lieft in der phasenweisen Vorgehensweise bei der Analyse und Zerlegung des bestehenden Anwendungsmonolithen hin zu einem komponentenbasierten Software-System. Ein direktes Reengineering unter Verwendung von entsprechenden Werkzeugen ist nicht möglich, da bei gewachsenen PPS-Systemen aufgrund der Komplexität und Heterogenität des Software-Codes automatisierte Methoden nicht anwendbar sind. Das Hauptaugenmekr liegt auf der gezielten Zerlegung des Anwendungsmonolithen in fachliche Domänen. Auf Basis der Domänenbildung und -modellierung erfolgt eine detaillierte Modellierung von Komponenten mit Methoden der Kapselung oder Konversion auf Basis von Componentware erstellt werden und stehen zur Wiederverwendung zur Verfügung. Der Anforderung- und Vorgehensentwicklung geht eine Untersuchung des Standes des Wissens voraus. Im Stand des Wissens werden zunächst die fachlichen und technologischen Entwicklungstendenzen im Bereich des PPS-Systeme dargelegt. Darüber hinaus wird aufgezeigt, welcher wirtschaftliche und technische Aufwand im Lebenszyklus eines PPS-Systems für die Software-Wartung erforderlich ist und der damit verbundene Nutzen, der im Sinne eines Investitionsschutzes in der Migration eines gewachsenen PPS-Systems liegt. Des weiteren werden die methodischen Voraussetzungen und die vorhandenen Erkenntnisse für die Migration eines PPS-Systems untersucht. Zunächst werden die erforderlichen Formen des Reengineerings mit detaillierten Betrachtungen der Domänen-Analyse aufgezeigt. Im Anschluss daran werden die Grundzüge der komponentenbasierten Software-Entwicklung und bespielhafte komponentenbasierte Software-Entwicklungsprozesse dargelegt. Der Abschnitt der komponentenbasierte Frameworks schliesst den Stand des Wissens ab. Anschliessend werden aufbauend auf den Anforderungen an die PPS-Systeme und dem Stand des Wissens die Anforderungen an ein Vorgehensmodell für die migration von PPS-Systemen bestimmt und beschrieben. Dazu wird das Modell der Informationssystemarchitekturen von de Fries erläutert und bezüglich der Anforderungen an das Vorgehen zur Migration erweitert. Das Vorgehen für die komponentenorientierte Migration eines PPS-Systems wird basierend auf den Anforderungen un dKonzepten der vorangegangenen Untersuchungen entwicklet. Kern des Vorgehens ist die Bestimmung von Phasen für das Projektvorgehen und Ebenen für die abstraktionsorientierte Modellierung der Fach- und DV-Konzepte auf Basis von wiederverwendbaren Business Objects. Die Phasen sind als Ganzes abgeschlossen, jedoch im Inneren iterativ evolutionär um die spezifischen Anforderungen und Gegebenheiten eines jeden PPS-Systems zu berücksichtigen. Das Vorgehen hebt die Vorteile der komponentenbasierten Software-Entwicklung in Kombination mit den bekannten Methoden und Verfahren des Software-Reenigineering hrevor, da das Vorgehen zunächst kein neues Paradigma auf das PSS-System anwendet oder bestehende Konzepte nicht berücksichtigt, sondern versucht in einem schrittweisen und jederzeit evaluierbaren Vorgehen das bestehende PPS-System unter Anwednung gesicherter Methoden und der Verwendung von Komponenten zu überführen. Im Ergebnis trägt das Vorgehen dazu bei, die Investition PPS-System, die für den PPS-Anbieter einen Gruoßteil der getätigten Einlagen seiner Unternehmung darstellt, zu sichern, das PPS-System in eine komponentenbasierte Basis zu überführen und auf dieser Basis für die zukünftigen Anforderungen des Marktes und die individuellen Kundenanforderungen gerüstet zu sein. Die Umsetzung des Vorgehens für zwei mittelständische PPS-Systeme (KMUs) wird in der Arbeit aufgezeigt. Beide PPS-Systeme unterlagen einem starken Technologiedruck durch neue Informationstechnologien und -konzepte. Darüber hinaus wurde durch den Markt und die Anwender ein hoher Bedarfssog erzeugt. Beide PPS-Systeme waren in Struktur und Programm-Code sehr heterogen.
Thesis Note
Zugl.: Stuttgart, Univ., Diss., 2004