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2012
Conference Paper
Title
DIN 68800 (2011). Konsequenzen für den Fensterbau
Abstract
Mit der Neufassung der DIN 68800 wird anerkannt, dass die Einbausituation eines Holzfensters dessen Gefährdung durch Fäulnis maßgeblich beeinflusst. Bei Fenstern in `normaler´ Einbausituation wird daher auch bei der Verwendung von Splintholz kein vorbeugender Schutz gegen holzzerstörende Pilze mehr gefordert. Diese Änderung im Normenwerk berücksichtigt, dass vorbeugender chemischer Holzschutz nie dazu dienen soll, nennenswerte handwerkliche Mängel aufzufangen. Bekannt ist, dass Fenster auch ohne vorbeugenden chemischen Holzschutz im Laufe ihrer erwarteten dreißigjährigen Nutzungsdauer keine Fäulnis aufweisen, wenn sie handwerklich sauber gefertigt wurden, die Eckverbindungen vollflächig verklebt sind, die Regenschutzschiene nach den einschlägigen Regelwerken ausgeführt wurde und die Beschichtung in angemessenen Abständen gepflegt wird. Die Norm sieht vor, dass Fenster, die stärker als üblich beansprucht werden oder an die höhere Anforderungen hinsichtlich der Nutzungssicherheit gestellt werden, aus dauerhafteren Holzarten hergestellt werden oder aber nur am Einzelteil, also am noch nicht zusammengebauten Fenster, chemisch behandelt werden. Der bislang übliche vorbeugende Schutz gegen Fäulnis durch Tauchen oder Fluten am verklebten Fensterrahmen gehört damit der Vergangenheit an. Das Holzfenster der Zukunft wird daher einen Vermerk tragen, für welche Einbausituation es hergestellt wurde. Holzfenster mit starker Beanspruchung aufgrund der Einbausituation werden in Zukunft aus natürlich dauerhaften Holzarten gefertigt oder einen vorbeugenden chemischen Holzschutz aufweisen, der aufgrund der Einzelteilbehandlung die kritischen Stellen der Fenster auch tatsächlich schützt.
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