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2011
Journal Article
Title
Kleine Killer: Hilfe nach Zeckenbiss
Abstract
Sie übertragen Erreger der Frühsommerhirnhautentzündung und der Lyme-Borreliose, die Gelenke und Organe schädigen kann. Fatalerweise bleibt diese Krankheit oft lange unerkannt, bis es für eine effiziente Behandlung zu spät ist. Ein neuartiges Gel soll, nach dem Zeckenstich aufgetragen, einer Infektion vorbeugen.
Lyme-Borreliose ist eine Infektionskrankheit die durch Zecken übertragen wird. Beim Biss werden Bakterien übertragen, die sich dann im ganzen Körper ausbreiteten. Die Krankheit wird oft auch noch falsch behandelt. Vor allem, wenn die charakteristische Rötung rund um die Stichstelle ausbleibt, sind Ärzte ratlos. Unbehandelt kann eine Lyme-Borreliose Rheuma-ähnliche Beschwerden auslösen, Gelenke, Muskeln sowie Nerven schädigen und Organe befallen.
Rechtzeitig entdeckt lässt sie sich glücklicherweise gut therapieren. Weisen Patienten krankheitsspezifische Symptome wie die Wanderröte auf, verschreiben Ärzte für einige Wochen Antibiotika. Ist die Krankheit weit vorgeschritten oder chronisch, lässt sie sich nur noch schwer bekämpfen. Eine zugelassene Therapie zur Prophylaxe liegt derzeit nicht vor, ein Impfstoff gegen die Infektion fehlt. Künftig soll ein neuartiges Gel die Infektion bereits im Keim ersticken. Betroffene müssen es sofort nach dem Zeckenstich lokal auftragen. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI in Leipzig entwickeln das Medikament in enger Zusammenarbeit mit der Schweizer Ixodes und dem Institut für Infektionsmedizin und Zoonosen der LMU München. Der aktive Wirkstoff des Gels ist Azithromyzin, das sehr effektiv gegen Borrelien wirkt und diese lokal in der Haut abtötet. Im Gegensatz zu anderen Antibiotika sind keine Resistenzen von Borrelienstämmen gegen Azithromyzin bekannt. Ein weiterer Vorteil des Wirkstoffs ist das Fehlen von Nebenwirkungen. Außerdem zeichnet er sich durch seine gute Depotwirkung von bis zu fünf Tagen im Gewebe aus. Die Behandlung ist nur dann erfolgreich, wenn das Arzneimittel innerhalb der ersten fünf Tage nach dem Zeckenstich aufgetragen wird. Eine etablierte Infektion lässt sich mit dem Gel jedoch nicht therapieren, es eignet sich ausschließlich zur Prophylaxe.
Die präklinischen Studien wurden bereits erfolgreich abgeschlossen, das Gel war in Untersuchungen selbst fünf Tage nach erfolgtem Zeckenstich bei Mäusen noch wirksam. Die Anwendung ist patentiert. Seit diesem Sommer testen die Forscher das Medikament an Personen mit nachgewiesenen Zeckenstichen in einer klinischen Phase-III-Studie (www.zeckenstudie.com). Sollten sich die Ergebnisse der präklinischen Untersuchungen an Menschen bestätigen, kann das Gel helfen, die Zahl der Neuinfektionen deutlich zu senken. Allein in Deutschland erkranken nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts jährlich bis zu 60 000 Menschen an der Lyme-Borreliose. Die Tendenz ist steigend, denn aufgrund des Klimawandels breiten sich Zecken immer mehr aus.
Lyme-Borreliose ist eine Infektionskrankheit die durch Zecken übertragen wird. Beim Biss werden Bakterien übertragen, die sich dann im ganzen Körper ausbreiteten. Die Krankheit wird oft auch noch falsch behandelt. Vor allem, wenn die charakteristische Rötung rund um die Stichstelle ausbleibt, sind Ärzte ratlos. Unbehandelt kann eine Lyme-Borreliose Rheuma-ähnliche Beschwerden auslösen, Gelenke, Muskeln sowie Nerven schädigen und Organe befallen.
Rechtzeitig entdeckt lässt sie sich glücklicherweise gut therapieren. Weisen Patienten krankheitsspezifische Symptome wie die Wanderröte auf, verschreiben Ärzte für einige Wochen Antibiotika. Ist die Krankheit weit vorgeschritten oder chronisch, lässt sie sich nur noch schwer bekämpfen. Eine zugelassene Therapie zur Prophylaxe liegt derzeit nicht vor, ein Impfstoff gegen die Infektion fehlt. Künftig soll ein neuartiges Gel die Infektion bereits im Keim ersticken. Betroffene müssen es sofort nach dem Zeckenstich lokal auftragen. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI in Leipzig entwickeln das Medikament in enger Zusammenarbeit mit der Schweizer Ixodes und dem Institut für Infektionsmedizin und Zoonosen der LMU München. Der aktive Wirkstoff des Gels ist Azithromyzin, das sehr effektiv gegen Borrelien wirkt und diese lokal in der Haut abtötet. Im Gegensatz zu anderen Antibiotika sind keine Resistenzen von Borrelienstämmen gegen Azithromyzin bekannt. Ein weiterer Vorteil des Wirkstoffs ist das Fehlen von Nebenwirkungen. Außerdem zeichnet er sich durch seine gute Depotwirkung von bis zu fünf Tagen im Gewebe aus. Die Behandlung ist nur dann erfolgreich, wenn das Arzneimittel innerhalb der ersten fünf Tage nach dem Zeckenstich aufgetragen wird. Eine etablierte Infektion lässt sich mit dem Gel jedoch nicht therapieren, es eignet sich ausschließlich zur Prophylaxe.
Die präklinischen Studien wurden bereits erfolgreich abgeschlossen, das Gel war in Untersuchungen selbst fünf Tage nach erfolgtem Zeckenstich bei Mäusen noch wirksam. Die Anwendung ist patentiert. Seit diesem Sommer testen die Forscher das Medikament an Personen mit nachgewiesenen Zeckenstichen in einer klinischen Phase-III-Studie (www.zeckenstudie.com). Sollten sich die Ergebnisse der präklinischen Untersuchungen an Menschen bestätigen, kann das Gel helfen, die Zahl der Neuinfektionen deutlich zu senken. Allein in Deutschland erkranken nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts jährlich bis zu 60 000 Menschen an der Lyme-Borreliose. Die Tendenz ist steigend, denn aufgrund des Klimawandels breiten sich Zecken immer mehr aus.