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2021
Book Article
Title
Qualitätsmanagement bei der Entwicklung smarter Produkte
Abstract
Durch die fortschreitende Digitalisierung der Gesellschaft ist der Einsatz von Software in technischen Produkten zum Standard geworden. Software stellt eine notwendige Voraussetzung dafür dar, dass technische Produkte mit der Umwelt, anderen Produkten oder dem Hersteller vernetzt werden, dass sie kommunizieren können und dass sie zu sogenannten smarten Produkten werden. Smarte Produkte und die dadurch möglichen Dienstleistungen nehmen einen immer größeren Platz im betrieblichen Kontext und im Endkundenbereich ein. So bieten die smarten Produkte den Unternehmen und Kunden völlig neue Möglichkeiten zur Interaktion und schaffen Mehrwerte für beide Seiten. Trotz des weit verbreiteten Einsatzes von Software in Produkten halten die Schwierigkeiten in der Softwareentwicklung nach wie vor an. So zeigt die aktuelle CHAOS-Studie der Standish Group, dass zwischen 2011 und 2015 nur 29 % der über 2500 untersuchten Softwareprojekte erfolgreich waren, das heißt, dass die Fertigstellung rechtzeitig, ohne Kostenüberschreitung und mit dem ursprünglich geforderten Funktionsumfang erfolgte. 52 % der Entwicklungsprojekte wurden terminlich oder finanziell überschritten, die restlichen 19 % abgebrochen. Die Abbruchquote bei Großprojekten lag im betrachteten Zeitraum gar bei 43 %. Doch nicht nur die Softwareentwicklung stellt eine Herausforderung dar. Die smarten Produkte verfugen im Vergleich zu klassischen Produkten neben den herkömmlichen Produktkomponenten über zur Kommunikation und Interaktion notwendige Bauteile, wodurch die Komplexität und somit die Schwierigkeit bei der Entwicklung smarter Produkte deutlich zunimmt. Das Projektmanagement für solche interdisziplinaren Entwicklungsprojekte ist daher von zentraler Bedeutung, um eine erfolgreiche Produktentwicklung zu gewährleisten. Dieses Kapitel zeigt Chancen, Risiken und Problemstellungen bei der Entwicklung smarter Produkte auf. Neben den besonderen Anforderungen von Entwicklungsprozessen in einem interdisziplinaren Umfeld werden die bestehenden Vorgehensweisen der beteiligten Einzeldisziplinen Softwaretechnik, Mechanik und Elektronik sowie Konzepte für die Absicherung und Synchronisation von interdisziplinaren Entwicklungsprojekten dargestellt. Die Konzepte der VDI-Richtlinie 2206 Entwicklungsmethodik für mechatronische Systeme, das 3-Ebenen-Vorgehensmodell und das ProMiS-Konzept werden hierzu exemplarisch vertieft.