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Technische Details: Wie wird aus dem Bild und den Trajektorien eine Biopsie-Vorrichtung

Vortrag gehalten beim 9. Leipziger Tierärztekongress 2017, 18. bis 20. Januar 2018, Leipzig
 
: Müller, Marcel

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Präsentation urn:nbn:de:0011-n-4818870 (1.0 MByte PDF)
MD5 Fingerprint: 0f05456f365f8d65a45324bb36c60079
Erstellt am: 8.2.2018


2018, 14 Folien
Leipziger Tierärztekongress <9, 2018, Leipzig>
Deutsch
Vortrag, Elektronische Publikation
Fraunhofer IWU ()
Biopsie-Vorrichtung; Konstruktion; patientenspezifische Fertigung

Abstract
Im Rahmen des 9. Leipziger Tierärztekongresses wird ein Seminar über die Methoden der Gehirnbiopsie bei Hunden und Katzen abgehalten. In einem Einführungsvortrag zur Gehirnbiopsie beim Hund werden Indikationen, verfügbare Biopsietechniken, Biopsiedurchführung- und Risiken aufgezeigt. Im Anschluss wird an einem Modell die Biopsiedurchführung unter Nutzung eines neuen patientenindividuellen stereotaktischen Biopsieverfahrens dargestellt, dass in einer Kooperation zwischen der Klinik für Kleintiere, der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie der Universität Leipzig und dem Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen- und Umformtechnik Dresden entwickelt wurde, demonstriert. Ein Schwerpunkt des Seminars ist die Darstellung der technischen Details des neuen patientenindividuellen stereotaktischen Biopsieverfahrens. Ausgehend von der medizinischen Bildgebung, wie z.B. der Computertomographie oder Magnetresonanztomographie, welche die Grundlage der Biopsie-Vorrichtung bilden, werden die Ziel- und Eintrittspunkte der Nadeltrajektorie geplant. Nach individueller Festlegung dieser, werden die Raumkoordinatenpunkte ermittelt und für die Planung der Biopsie-Vorrichtung weiterverarbeitet. Die Übermittlung selbiger und der Bildgebungsdaten erfolgt über Austauschserver. Die zur Verfügung gestellten Daten des bildgebenden Verfahrens werden vom Fachpersonal bearbeitet und entsprechende Strukturen segmentiert. Die für die Konstruktion wichtigen Koordinaten werden im Folgenden berechnet, bevor sie an ein CAD-Programm übergeben werden können. Nach erfolgter Geometriebildung schließt sich eine Konstruktionskontrolle der individuellen Biopsie-Vorrichtung an. Zusätzlich zur Vorrichtung wird eine Justierhilfe für die Einstellung der Fräs- und Nadeltiefe, ebenfalls patientenindividuell, erstellt. Diese ermöglicht es, den Fräskopf und die Biopsienadel auf die richtige Länge einzustellen, sodass mit dem Fräser der Schädelknochen durchstoßen – ohne Hirnareale zu verletzten – und die Biopsienadel bis zum geplanten Zielpunkt im Gehirn vorgeschoben werden kann. Die Herstellung der patientenindividuellen Teile erfolgt mittels generativer Fertigungstechnologie Fused Deposition Modeling (FDM). Es wird ein belastungsstabiler, dampfsterilisierbarer Kunststoff verwendet. Abschließend erfolgt eine Qualitätskontrolle der gedruckten Biopsie-Vorrichtung und der Tiefeneinstellung. Durch eine optische Analyse wird die Geometrie der generativ gefertigten Teile und damit die Druckgenauigkeit überprüft. Nach erfolgreicher Abnahme sind die patientenindividuellen Biopsie-Vorrichtung und Tiefeneinstellung bereit zur Sterilisation und zum Biopsie-Einsatz.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-481887.html