Options
2026
Book Article
Title
Partizipative Ansätze in der Gesundheitsforschung
Abstract
Partizipation in der Gesundheitsforschung umfasst vielfältige Formen der aktiven Einbindung von Bürger:innen, Patient:innen, Angehörigen und Fachkräften. Bürgerwissenschaften („Citizen Science“) und partizipative Gesundheitsforschung stehen exemplarisch für Ansätze, in denen gleichberechtigte Mitgestaltung im Forschungsprozess zentral ist. Beteiligungsmodelle helfen dabei, zwischen symbolischer Teilhabe und echter Mitbestimmung zu unterscheiden. Die Integration von Erfahrungswissen ermöglicht eine bedarfsnähere Themenwahl und erhöht die Relevanz der Forschung für Betroffene. So entstehen neue Forschungsfragen, und Maßnahmen zur Gesundheitsförderung werden wirksamer und akzeptierter umgesetzt. Partizipative Ansätze können zudem zur Verringerung gesundheitlicher Ungleichheiten beitragen, insbesondere wenn soziale Determinanten wie Bildung oder Wohnbedingungen berücksichtigt werden. Digitale Technologien wie Crowdsourcing, Datenspenden oder digital unterstütze Erforschung von Erfahrungsberichten eröffnen neue Beteiligungsformen, bringen aber auch Exklusionsrisiken mit sich. Transdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen und nicht-akademisch Forschenden ist zentral, stellt jedoch hohe Anforderungen an Kommunikation, Rollenklarheit und benötigt Anerkennung im Wissenschaftssystem. Partizipative Gesundheitsforschung erfordert eine Forschungshaltung, die subjektive Erfahrungen und Lebensrealitäten als wertvolle Wissensquellen anerkennt – und so neue Perspektiven auf Gesundheit, Teilhabe und wissenschaftliche Qualität ermöglicht.
Author(s)
Open Access
File(s)
Rights
CC BY 4.0: Creative Commons Attribution
Additional link
Language
German