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2026
Report
Title
Infrastruktur für elektrische Lkw: Chancen und Herausforderungen für Ladeinfrastruktur und Wasserstofftankstellen
Abstract
Das Working Paper untersucht auf Basis von 21 leitfadengestützten Interviews mit Infrastrukturbe-treibern, Netzbetreibern und Logistikern im Rahmen des Projekts BWeRoads die Chancen, Heraus-forderungen und risikomindernden Maßnahmen beim Aufbau von Lade- und H2-Tankinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge. Während sich die Ladeinfrastruktur in einer frühen Marktphase befin-det, ist die Wasserstoffinfrastruktur aktuell noch eine Nischenanwendung, die stark von Ankerkun-den abhängt.
Chancen sehen die Akteure beim elektrischen Laden insbesondere im Imagegewinn durch eine umweltfreundliche Technologie, in finanziellen Vorteilen durch niedrigere operative Fahrzeugkosten sowie in der Übertragbarkeit von Erfahrungen aus dem Pkw-Bereich. Diese umfasst insbesondere auch eine hohe Technologiereife sowie die Nutzung von Pkw-Infrastruktur als Notlösung. Für Was-serstoff wird vor allem die Nutzung bewährter Logistikmodelle im Fernverkehr mit schnellen Betan-kungszeiten, hoher Beladung und großer Reichweite sowie ein im Vergleich zu Ladeparks deutlich geringerer Flächenbedarf, aufgrund einer geringeren Anzahl an Dispensern, als vorteilhaft erachtet.
Den Chancen stehen jedoch erhebliche Herausforderungen gegenüber. Bei der Ladeinfrastruktur dominieren der hohe finanzielle und zeitliche Aufwand durch langwierige Genehmigungsverfahren für Netzanschlüsse und Flächenknappheit. Unsicherheiten im Markthochlauf batterieelektrischer Fahrzeuge erhöhen ebenfalls das Risiko. Für H2-Tankstellen sind die hohen Investitionen und Be-triebskosten, eine unzureichend gesicherte Nachfrage sowie instabile Förderkulissen zentrale Hemmnisse. Insgesamt sind die identifizierten Herausforderungen sehr ähnlich, allerding unter-schiedliche stark ausgeprägt. Die Ladeinfrastruktur profitiert von der früheren Marktentwicklung der Fahrzeuge. Beide Technologien unterliegen zudem dem Wettbewerb durch biogene Kraftstoffe wie HVO100.
Um diese Risiken zu minimieren, wurden verschiedene effektive Maßnahmen identifiziert. Für die Ladeinfrastruktur sind eine frühzeitige Einbindung aller Stakeholder, eine modulare und skalierbare Bauweise, intelligentes Lastmanagement und die Errichtung teilöffentlicher Infrastruktur zur besse-ren Auslastung entscheidend. Bei Wasserstofftankstellen sind die vorab gesicherte Identifikation von Ankerkunden sowie der Aufbau dezentraler Ökosysteme unter Einbindung lokaler Erzeugung essenziell. Auch hier helfen flexible und modulare Aufbauten, die mit dem Markt wachsen, um die Investitionsrisiken zu reduzieren. Die Kombination von Strom und H2 an einem Standort wird auf-grund unterschiedlicher Betreiberstrukturen teils kritisch gesehen, bietet aber konkrete Synergie-potenziale beim Netzanschluss, bei Shop- und Sanitäreinrichtungen sowie bei der potenziellen Rückverstromung von H2.
Daraus leiten sich zentrale Handlungsempfehlungen ab: Die Politik sollte verlässliche, langfristige Rahmenbedingungen schaffen, Bürokratie abbauen, Genehmigungsprozesse standardisieren und Fördermittel zielgerichtet einsetzen. Netzbetreiber sollten spezialisierte Expertenteams und digitali-sierte Prozesse zur beschleunigten Bearbeitung von Netzanschlussanfragen aufbauen. Ladeinfra-strukturbetreibern sollten auf Modularität und Skalierbarkeit setzen sowie Stakeholder frühzeitig einbinden. H2-Tankstellenbetreiber müssen vorab Ankerkunden zur Abnahmesicherung gewinnen und die Infrastruktur verbrauchsorientiert denken. Speditionen und Logistikunternehmen sollten vor der Fahrzeugbeschaffung und Antriebswahl detaillierte Use-Case-Analysen durchführen und Kooperationen zur Teilung von Infrastrukturkosten eingehen.
Chancen sehen die Akteure beim elektrischen Laden insbesondere im Imagegewinn durch eine umweltfreundliche Technologie, in finanziellen Vorteilen durch niedrigere operative Fahrzeugkosten sowie in der Übertragbarkeit von Erfahrungen aus dem Pkw-Bereich. Diese umfasst insbesondere auch eine hohe Technologiereife sowie die Nutzung von Pkw-Infrastruktur als Notlösung. Für Was-serstoff wird vor allem die Nutzung bewährter Logistikmodelle im Fernverkehr mit schnellen Betan-kungszeiten, hoher Beladung und großer Reichweite sowie ein im Vergleich zu Ladeparks deutlich geringerer Flächenbedarf, aufgrund einer geringeren Anzahl an Dispensern, als vorteilhaft erachtet.
Den Chancen stehen jedoch erhebliche Herausforderungen gegenüber. Bei der Ladeinfrastruktur dominieren der hohe finanzielle und zeitliche Aufwand durch langwierige Genehmigungsverfahren für Netzanschlüsse und Flächenknappheit. Unsicherheiten im Markthochlauf batterieelektrischer Fahrzeuge erhöhen ebenfalls das Risiko. Für H2-Tankstellen sind die hohen Investitionen und Be-triebskosten, eine unzureichend gesicherte Nachfrage sowie instabile Förderkulissen zentrale Hemmnisse. Insgesamt sind die identifizierten Herausforderungen sehr ähnlich, allerding unter-schiedliche stark ausgeprägt. Die Ladeinfrastruktur profitiert von der früheren Marktentwicklung der Fahrzeuge. Beide Technologien unterliegen zudem dem Wettbewerb durch biogene Kraftstoffe wie HVO100.
Um diese Risiken zu minimieren, wurden verschiedene effektive Maßnahmen identifiziert. Für die Ladeinfrastruktur sind eine frühzeitige Einbindung aller Stakeholder, eine modulare und skalierbare Bauweise, intelligentes Lastmanagement und die Errichtung teilöffentlicher Infrastruktur zur besse-ren Auslastung entscheidend. Bei Wasserstofftankstellen sind die vorab gesicherte Identifikation von Ankerkunden sowie der Aufbau dezentraler Ökosysteme unter Einbindung lokaler Erzeugung essenziell. Auch hier helfen flexible und modulare Aufbauten, die mit dem Markt wachsen, um die Investitionsrisiken zu reduzieren. Die Kombination von Strom und H2 an einem Standort wird auf-grund unterschiedlicher Betreiberstrukturen teils kritisch gesehen, bietet aber konkrete Synergie-potenziale beim Netzanschluss, bei Shop- und Sanitäreinrichtungen sowie bei der potenziellen Rückverstromung von H2.
Daraus leiten sich zentrale Handlungsempfehlungen ab: Die Politik sollte verlässliche, langfristige Rahmenbedingungen schaffen, Bürokratie abbauen, Genehmigungsprozesse standardisieren und Fördermittel zielgerichtet einsetzen. Netzbetreiber sollten spezialisierte Expertenteams und digitali-sierte Prozesse zur beschleunigten Bearbeitung von Netzanschlussanfragen aufbauen. Ladeinfra-strukturbetreibern sollten auf Modularität und Skalierbarkeit setzen sowie Stakeholder frühzeitig einbinden. H2-Tankstellenbetreiber müssen vorab Ankerkunden zur Abnahmesicherung gewinnen und die Infrastruktur verbrauchsorientiert denken. Speditionen und Logistikunternehmen sollten vor der Fahrzeugbeschaffung und Antriebswahl detaillierte Use-Case-Analysen durchführen und Kooperationen zur Teilung von Infrastrukturkosten eingehen.
Author(s)
Jenne, Markus
Jörissen, Ludwig
Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg -ZSW-, Stuttgart
Schlumberger, Günther
Publisher
Fraunhofer ISI, Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg ZSW
File(s)
Rights
Use according to copyright law
Language
German