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Wirksamkeit von Adalimumab bei aktiver Psoriasis-Arthritis und unzureichendem Ansprechen auf bis zu drei Anti-TNF-Vortherapien

Efficacy of Adalimumab in active Psoriatic Arthritis and inadequate response to up to three anti-TNF pre-zherapies
 
: Köhm, M.

Zeitschrift für Rheumatologie 72 (2013), Supplement 2, S.124
ISSN: 1435-1250
ISSN: 0340-1855
ISSN: 0301-6382
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (Kongress) <41, 2013, Heidelberg>
Deutsch
Abstract
Fraunhofer IME ()

Abstract
Einleitung. Zur Behandlung der Psoriasis-Arthritis (PsA) stehen derzeit bei unzureichendem Ansprechen auf konventionelle DMARDs ausschließlich TNF-Inhibitoren zur Verfügung. Obwohl nur unzureichende Evidenz zur Wirksamkeit und Sicherheit vorhanden ist, wird nach Versagen des ersten TNF-Blockers häufig der TNF-Inhibitor gewechselt.
Methoden. In einer deutschen multizentrischen, prospektiven Observationsstudie wurde die Wirksamkeit von Adalimumab (ADA) bei unzureichendem Ansprechen auf eine antiTNF-Therapie im Vergleich zu DMARD-Vortherapie untersucht. Eingeschlossen wurden 3320 Patienten mit moderater bis schwerer PsA, die in der Routine ADA erhielten. Neben der Dokumentation der Krankheitscharakteristika, wurde die Krankheitsaktivität anhand der Anzahl geschwollener (SJC) und druckschmerzhafter Gelenke (TJC), des Disease Activity Scores 28 (DAS28), der Erfassung von Daktylitis und Enthesitis, sowie der Dokumentation des Target Lesion Score (TLS) und der Body Surface Area (BSA) zu Baseline sowie zu Monat 3, 6, 12 und 24 erfasst.
Ergebnisse. Die Behandlung mit ADA zeigt in allen Gruppen eine signifikante Reduktion der Krankheitsaktivität. Der SJC verringerte sich von im Mittel 8,7 zu Baseline auf 1,4 nach 24 Monaten (TNF-naiv) sowie von 7,7 auf 2,8 (eine TNF-Vortherapie), von 8,5 auf 1,9 (zwei oder mehr antiTNF). Eine höhere Reduktion des DAS28 konnte in den TNF-naiven Patienten nachgewiesen werden (-2,22 vs -1,79 mit einer TNF-Vortherapie). Dies führt im Mittel zu einem DAS28 zu Monat 24 von 2,62. Im Vergleich dazu erreichen Patienten mit einer antiTNF-Vortherapie einen DAS28 von 2,89, diejenigen mit zwei oder mehr antiTNF einen DAS28 von 3,12. Der Anteil der Patienten mit aktiver Daktylitis reduziert sich im Mittel in allen Gruppen (32,2% auf 2,7% TNFnaiv vs 25,5% auf 3,9% bei Patienten mit einer TNF-Vortherapie). Bezüglich des Ansprechens der Psoriasis zeigt sich eine vergleichbare Reduktion im TLS.
Schlussfolgerung. Die Therapie mit ADA in Patienten mit aktiver PsA ist wirksam und geht mit einer Verbesserung aller Manifestationsformen der Erkrankung einher (Arthritis, Enthesitis, Daktylitis, Psoriasis). Auch bei Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf TNF-Inhibitoren führt ADA zu einer signifikanten Reduktion der Krankheitsaktivität. Im Gegensatz zur rheumatoiden Arthritis zeigt der Einsatz der TNF-Therapie nach TNF-Versagen einen deutlich geringeren Unterschied im Ansprechen im Vergleich zu TNF-naiven Patienten. Der erreichte Absolutwert im DAS28 ist allerdings bei TNF-naiven Patienten unter der Therapie mit ADA niedriger als bei denen mit TNF-Vortherapie.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-287215.html