Fraunhofer-Gesellschaft

Publica

Hier finden Sie wissenschaftliche Publikationen aus den Fraunhofer-Instituten.

FuE-Verlagerungen ins Ausland - Ausverkauf deutscher Entwicklungskompetenz?

Ausmaß und Treiber von FuE-Verlagerungen im Verarbeitenden Gewerbe
 
: Kinkel, S.; Maloca, S.
: Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung -ISI-, Karlsruhe

:
Volltext urn:nbn:de:0011-n-739426 (254 KByte PDF)
MD5 Fingerprint: 0c9d8e60f1125f41fa178b609f5ae3e0


Karlsruhe: Fraunhofer ISI, 2008, 12 pp.
Mitteilungen aus der ISI-Erhebung zur "Modernisierung der Produktion", 46
German
Report, Electronic Publication
Fraunhofer ISI ()

Abstract
FuE-Verlagerungen ins Ausland sind noch kein Phänomen, das die Breite des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland erreicht hat. Lediglich 3,6 Prozent der forschenden Betriebe haben von Mitte 2004 bis Mitte 2006 Teile ihrer FuE-Tätigkeiten ins Ausland verlagert. Allerdings war hier bereits jeder siebte große Betrieb aktiv, auf die der Großteil der industriellen FuE-Aufwendungen entfällt.
Treibende Motive für FuE-Verlagerungen sind Kapazitätsengpässe am deutschen Standort sowie die Reduktion der Personalkosten. Ersteres könnte darauf hindeuten, dass aufgrund von Engpässen beim inländischen Fachkräfteangebot nach Optionen im Ausland gesucht wurde. Letzteres ist ein Anzeichen für eine international unter Druck geratene Wettbewerbsposition.
Die zukünftigen Auswirkungen für hochqualifizierte Tätigkeiten in der deutschen Industrie lassen sich derzeit noch schwer abschätzen, geben aber bislang wenig Anlass zur Sorge. Jährlich sind etwa 4.500 Arbeitsplätze von FuE-Verlagerungen betroffen, was 1,5 Prozent der FuE-Arbeitsplätze im Verarbeitenden Gewerbe entspricht. Parallel dazu ist das FuE-Personal in Deutschland moderat gewachsen, die Verlagerungen konnten demnach durch einen Aufbau an anderer Stelle kompensiert werden. Die weitere Entwicklung und die aufgezeigten Risikofaktoren sollten aber systematisch verfolgt werden.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-73942.html