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Polymerisationsschrumpfung, Wasseraufnahme und Quellung von ausgewählten Komposit-Füllungsmaterialien

Bericht im Rahmen des Vorhabens BMFT/DFVLR 01 ZQ 100/7.
 
: Bath, P.; Klaiber, B.; Soltesz, U.
: Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik -IWM-, Freiburg/Brsg.

Freiburg/Brsg., 1985
Wissenschaftlicher Bericht - Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik, W 2/85
Deutsch
Buch
Fraunhofer IWM ()
biomaterial; composite; Dentalmaterial; Verbundwerkstoff; Zahnfüllungsmaterial

Abstract
Polymerisationsschrumpfung, Wasseraufnahme und Quellung von Proben aus fünf ausgewählten Zwei-Pasten-Kompositen wurden mit drei unterschiedlichen Meßverfahren untersucht. Durch Kombination der Ergebnisse konnten sämtliche Dimensions- und Gewichtsänderungen innerhalb eines Gesamtzeitraums von 90 s bis 180 d nach Anmischbeginn beschrieben werden. Die Polymerisationsschrumpfung hat 90 s nach Aktivierung der Komposite bereits eingesetzt. Ihre zunächst mäßige Geschwindigkeit steigt rasch an und erreicht nach 3 -5 min ihren Höhepunkt, um danach kontinuierlich abzufallen. Innerhalb der ersten Stunde nach Anmischbeginn finden 81 - 87 % der ermittelten Gesamtschrumpfung statt, aber auch nach 3 Monaten sind noch Dimensionsänderungen meßbar. Die absolute Volumenabnahme der untersuchten Materialien läßt sich aus den Daten der verschiedenen Messungen näherungsweise bestimmen; sie beträgt 2,8 - 4,4 Vol.%. Die üblicherweise angegebenen, deutlich niedrigeren Werte bedürfen demnach einer Korrektur. Was seraufnahme und Quellung der Komposite gewinnen erst nach Stunden bis Tagen an Bedeutung. Innerhalb des ersten Monats nach Anmischbeginn haben 90 - 100 % der ermittelten maximalen Wasseraufnahme stattgefunden. Nur etwa ein Neuntel bis ein Drittel der Polymerisationsschrumpfung können durch die reine Quellung von 0,5 - 1,2 Vol.% kompensiert werden. Außerdem konnte gezeigt werden, daß die durch Wasseraufnahme verursachte Volumenzunahme nur einem Anteil von 52 - 69 % der tatsächlich aufgenommenen Wassermenge entspricht. Die Übertragung der gefundenen Ergebnisse auf Probleme der praktischen Kompositanwendung ist nur möglich, wenn man weitere Materialeigenschaften wie das Kriech- und Festigkeitsverhalten der Komposite berücksichtigt. Dennoch sollte man künftig davon ausgehen, daß die Quellung die Randspaltentstehung bei Füllungen nicht wirksam verhindern kann.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/PX-54564.html