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Fossile Energieträger- und Kohlendioxidbilanz für die Verwertung von Verpackungskunststoffen. Systemanalytisches Gutachten

 
: Heyde, M.; Holley, W.; Rehmann, D.
: Fraunhofer-Institut für Lebensmitteltechnologie und Verpackung -ILV-, München

München: ILV, 1993, 44 S.
Deutsch
Buch
Fraunhofer ILV ( IVV) ()
waste recycling; plastics; energy requirement; carbon dioxide; combustion; recycling; comparison; research; Abfallverwertung; Kunststoff; Energiebedarf; Kohlendioxid; Verbrennung; Wiederaufarbeitung; Vergleich; Forschung

Abstract
Das Gutachten untersucht die ökologischen Einwirkungen zweier Szenarien zur Verwertung gebrauchter Kunststoffverpackungen, im folgenden "Verpackungskunststoffe" genannt. Szenario I: Hydrieren von Verpackungskunststoffen als (roh-)stoffliche Verwertung; Szenario II: Dezentrale betriebliche thermische Verwertung von Verspackungskunststoffen; Als ökologische Kriterien werden die Größen "Entnahme fossiler Rohstoffe" und "CO2-Freisetzung" bilanziert. Die heutige Eniergieerzeugungsstruktur der Bundesrepublik Deutschland wird unterstellt. Durch das Hydrieren werden auf Basis von Enthalpieanteilen ca. 78 Prozent Hydrieröl ("Syncrude"), ca 13 Prozent Gas (Brennstoff) und ca. 9 Prozent Hydrierrückstand (Hydrierbitumen) gewonnen. Das Hydrieröl steht - ähnlich wie Rohöl - für praktisch alle gängigen petrochemischen Aufbereitungsschritte zur gekoppelten grundstofflichen und brennstofflichen Verwertung (Raffinerieprozeß) zur Verfügung. Alle drei Hydrierprodukte werden im Rahmen dieser Untersuchung a ls Wertprodukte mi t ihrem unteren Heizwert enthalpisch bewertet. Bei der dezentralen betrieblichen thermischen Verwertung wird unterstellt, daß die Altkunststoffe als Brennstoffe in betrieblichen Energieerzeugungsanlagen eingesetzt werden. Der Altkunststoff verdrängt dort konventionelle fossile Brennstoffe (z.B. solche, die aus dem Hydrieröl gewonnen werden), und zwar mengenmäßig entsprechend seinem unteren Heizwertäquivalent. Bilanzraumgrenze ist hier die Bereitstellung der alternativen Brennstoffe in der dezentralen Energieerzeugungsanlage. Diese Verwertungsart setzt voraus, daß entsprechende Energieerzeugungsanlagen eine Zulassung nach der 17. BImSchV besitzen und der Verpackungskunststoff als Sonderregelbrennstoff zugelassen ist. Dies erfordert eine entsprechende stofflichen Reglementierung für Verpackungskunststoffe, die nach ihrem Gebrauch in diesen thermischen Verwertungspfad einmünden sollen, sowie eventuell eine Konfektionierungsmaßnahme (Shreddern, Waschen, Trocknen, Aggregi eren). Hinsichtlich der stofflichen Anforderungen an die Altkunststoffe (Heteroatomgehalte) erscheinen die heute in der für die Lebensmittelverpackung zugelassenene Zusammensetzung verwendeten Massenkunststoffe Polyethylen (PE), Polyprpylen (PP), Polystrol (PS) und Polyethylenterephtalat (PET) für die dezentrale thermische Verwertung (ohne Rauchgasreingigungsmaßnahmen) geeignet. Die Notwendigkeit des Entfernens von Produktanhaftungen müßte ggf. untersucht werden. Die Energieaufwendungen zur Realisierung dieser beiden Verwertungsstrategien (Erfassen, Sortieren, Aufbereiten, Konvertieren, Transportieren) wurden ermittelt und in die Gesamtenthalpiebilanz einbezogen. Das gleiche gilt für die CO2-Bilanzierung, wobei hier zusätzlich für das Szenario "thermisches Verwerten" unterschiedliche Zusammensetzungen des substituierten fossilen Brennstoffmix (= unterschiedliches C/H-Verhältnis) untersucht wurden.

 

The report investigates the ecological effects of two scenarios for the recycling of used packaging materials: 1. hydrogenation of plastic packaging materials as material recycling and 2. decentralized operational thermal recycling of packaging materials. As ecological criteria, the magnitudes "removal of fossil raw materials" and "CO2 release" are balanced. The energy expenditure for realizing these two recycling strategies (collecting, sorting, reprocessing, converting, transporting) was determined and incorporated in the overall enthalpy balance.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/PX-48085.html