Fraunhofer-Gesellschaft

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Schwere Maschinen leichter produziert

Selbstoptimierung der Mitarbeiter bei der Umformtechnik Erfurt GmbH
 
: Lenz, B.; Opitz, B.

Warnecke, H.-J.:
Aufbruch zum Fraktalen Unternehmen : Praxisbeispiele für neues Denken und Handeln
Berlin: Springer, 1995
ISBN: 3-540-58668-7
S.339-359
Deutsch
Aufsatz in Buch
Fraunhofer IPA ()
Denken; Flexibilität; Lösung (Ergebnis); Maschine; Qualität; Selbstoptimierung; Selbstorganisation; Umformtechnik; Umstrukturierung; Unternehmen; Wandel; Wertschöpfung

Abstract
Die umfassende Neuorientierung des gesamten Unternehmens brachte die strategischen Vorteile und Potentiale eines leistungsfähigen Ostunternehmens deutlich zum Vorschein: Hochqualifizierte Mitarbeiter, die den Unternehmenswandel nicht als Anweisung der Geschäftsführung durchführten, sondern diesen aktiv "von unten" antrieben. Die hohe Bereitschaft, alte Strukturen und Abläufe aufzubrechen, zu verändern und zu optimieren, ermöglichte die Neuorientierung des gesamten Unternehmens. In jedem Mitarbeiter reifte die Erkenntnis, daß ein Überleben in einem turbulenten Umfeld nur möglich ist, wenn sich jeder einzelne Mitarbeiter von alten Denkstrukturen verabschiedet und neue Wege beschreitet. Hohe Einsatzbereitschaft, persönliche Flexibilität und ständiges Hinterfragen der eingefahrenen Strukturen und Abläufe kennzeichnen heute den Fortschritt bei Umformtechnik Erfurt. Das Management und das IPA definierten gemeinsam das Konzept und die Methoden, mit denen das Unternehmen auf eine Zielorientier ung getrimmt wurde. Die umfassende Wandlung der Unternehmensphilosophie verlangte nach einer ebenso umfassenden Vorgehensweise auf allen Ebenen des 6-Schichten-Modells. Erst eine mehrdimensionale Problembetrachtung erlaubte die differenzierte Anwendung darauf abgestimmter Maßnahmen. Alle Beteiligten waren sich einig, daß das 6-Schichten-Modell die eindeutigen Maßnahme-Wirkungs-Zusammenhänge aufzeigt und so zur Lösung der vielschichtigen Probleme beiträgt. In dem gemeinsam durchgeführten Projekt "Aufbau autonomer Strukturen" war das oberste Ziel, den Mitarbeitern im Wertschöpfungsprozeß eine hohe Verantwortung für die Erreichung der zentralen Zielvorgaben zu übertragen. Durch Selbstoptimierung und Selbstorganisation wurde vor allem im Bereich Großkörperbau ein Prozeß angeregt, der den Auftragsablauf kontinuierlich verbessert und damit die Zielvorgaben bei Kosten, Durchlaufzeiten und Qualität stetig anstrebt. Umformtechnik Erfurt wurde in der Endphase des Projektes im Frühjahr 1993 vom t schechischen SKODA Koncern a.s. Pilsen übernommen. Der neue Eigentümer unterstützt die Entwicklung seines neuen Betriebes hin zum Fraktalen Unternehmen. Geplant ist jetzt eine größere Selbständigkeit der drei Unternehmensbereiche. Diese drei Unternehmensbereiche können nun mit einer größeren Selbständigkeit auf dem Markt agieren. In enger Zusammenarbeit werden sie weiterhin Pressen bauen, wobei die Montage als Systemführer Unteraufträge an die Mechanische Fertigung und den Großkörperbau vergibt. Durch größere Eigenverantwortung und höhere Flexibiiität machen sie sich vom Pressenmarkt unabhängig. Durch die Abstreifung alter Strukturen und Aufbau von autonomen Strukturen gewinnt Umformtechnik Erfurt wieder an Stärke.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/PX-32897.html