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Recycling von elektrischen und elektronischen Geräten

 
: Angerer, G.

Angerer, G.; Bierhals, R.; Hipp, C.; Kalb, H.; Lang, J.; Marscheider-Weidemann, F.; Nathani, C.; Reger, G.; Schön, M. ; Umweltbundesamt -UBA-, Berlin:
Innovationspotentiale von Umwelttechnologien : Innovationsstrategien im Spannungsfeld von Technologie, Ökologie und Ökonomie
Heidelberg: Physica-Verlag, 1998 (Technik Wirtschaft und Politik 32)
ISBN: 3-7908-1125-4
S.139-150
Deutsch
Aufsatz in Buch
Fraunhofer ISI ()
elektrisches Gerät; elektronisches Gerät; recycling; Elektrogerät; Wertstoffrückgewinnung; Wiederaufbereitung; Müllverbrennung; Gesetzgebung; Schrott; Abfallart; Abfallaufkommen; Umweltpolitik; Umweltverträglichkeit; Abfallverwertung; Elektronikschrott; innovation; Produktverantwortung; Abfallzusammensetzung; Hydrierung; werkstoffliches recycling; Pyrolyse; innovationspotential; Bundesrepublik Deutschland; Wirtschaftlichkeit; Metall; Werkstoff; Kunststoffabfall; Verfahrenstechnik

Abstract
Parallel mit der Entwicklung der Anlagentechnik für die Aufbereitung von Elektronikschrott wurden die Aufarbeitungskapazitäten ausgebaut, so daß zwischenzeitlich Überkapazitäten für die heute zur Verwertung kommenden Mengen bestehen. Erhebliche Probleme bereitet die Verwertung von technischen Kunststoffen aus den Geräten, da die verwendeten Kunststoffsorten dem Zerleger nicht bekannt sind. Das Ziel, sortenreine Fraktionen für das werkstoffliche Recycling zu gewinnen, kann daher nur zum Teil erreicht werden. Die Rückführung der bei der Aufarbeitung gewonnenen Metalle in den Wirtschaftskreislauf ist unproblematisch. Während die bisherige Entsorgungspraxis nach der Sammlung mit dem Transport auf eine Deponie oder in einer Müllverbrennungsanlage endete, wird beim Recycling eine vielstufige Prozesskette durchlaufen, in der ein großer Teil der Werk- und Rohstoffe zurückgewonnen wird. Entwicklungspotential besteht noch in der Aufarbeitung technischer Kunststoffe zu hochwertigen Sekundärrohstoffen, in der Herstellung hochwertiger Produkte aus diesen Sekundärrohstoffen, in der schnellen Identifikation und automatisierten sortenreinen Trennung von Kunststoffen, in der Mechanisierung und Automatisierung der Gerätezerlegung und in der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Aufarbeitungsverfahren. Die Gesetzgebung muß sich am Kompromiss zwischen den umweltpolitischen Erfordernissen und den Interessen der betroffenen Industrien orientieren. Das jährliche Aufkommen an gebrauchten elektrischen und elektronischen Altgeräten wird in Deutschland auf etwa 1,8 Mio. Tonnen geschätzt. Davon kommen nur 10 Prozent zur Verwertung. Der Rest mit einer Vielzahl von Schadstoffen wird auf Deponien und in Abfallverbrennungsanlagen entsorgt. Die Regierung und die Elektroindustrie konnten sich bisher nicht auf eine gesetzliche Regelung der Entsorgung einigen. Verordnungsentwürfe und eine Teilselbstverpflichtung der Industrie sind das bisherige Ergebnis. In Erwartung rechtlicher Regelungen hat die Entsorgungswirtschaft Überkapazitäten an Aufbereitungsanlagen geschaffen, die an Materialmangel leiden. Ein Ablaufschema gibt einen Eindruck von der Komplexität einer solchen Anlage und den zahlreichen Zwischenprodukten. Die Teilzerlegung der Geräte erfolgt manuell und die gewonnenen Baugruppen werden insbesondere durch mechanische Verfahren aufgeschlossen. Eine bei der Zerkleinerung entstehende Shredderleichtfraktion enthält Schadstoffe wie PCB, die auf Sonderabfalldeponien entsorgt werden müssen. Nur für etwa 20 Prozent der Kunststoffe sind werkstoffliche Recyclinganlagen vorhanden. Rohstoffliche Verwertungsverfahren, wie Hydrierung, Vergasung, Pyrolyse und der Einsatz in Hochöfen, könnten in Zukunft Verwertungsalternativen werden. Haupthemmnisse für eine komplexe Elektronikschrottaufbereitung sind politische Regulierungsdefizite und eine ungünstige Wirtschaftlichkeit der Verfahren.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/PX-31396.html