Fraunhofer-Gesellschaft

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Rationelle Energieverwendung

Ein Literaturüberblick des Jahres 1997
 
: Böde, U.; Bradke, H.; Eichhammer, W.; Frahm, T.; Gruber, E.; Jochem, E.; Köwener, D.; Mannsbart, W.; Ostertag, K.; Patel, M.; Radgen, P.; Reichert, J.; Schlomann, B.; Tönsing, E.; Walz, R.

Brennstoff-Wärme-Kraft : BWK 50 (1998), Nr.4, S.96-100
ISSN: 0006-9612
Deutsch
Zeitschriftenaufsatz
Fraunhofer ISI ()
rationelle Energieverwendung; Energieeinsparung; Energiebilanz; Umweltschutz; Klimaveränderung; Energiepolitik; Energieeffizienz; Strukturwandel; Emissionsminderung; Jahresübersicht; Energiedienstleistung; Primärenergie; Umweltpolitik; Klimakonferenz; Kohlendioxid; Energieeinsparung; Rationalisierung; Energiewirtschaft; Klimaschutz; rationelle Energieverwendung

Abstract
Trotz eines Anstiegs des Bruttoinlandsproduktes um rund 2,2 % im Jahre 1997 nahm der Primärenergieverbrauch in Deutschland von 503,9 Mio t SKE auf 494,4 Mio t SKE ab. Dieser Rückgang ist fast völlig auf das wärmere Wetter dieses Jahres zurückzuführen. Temperatur bereinigt hat sich die Primärenergieintensität nur um 0,5 % reduziert, das heißt, der Einfluß der rationellen Energieverwendung hat sich im Vergleich zu den Jahren seit 1990 noch weiter abgeschwächt. Trotzdem werden von vielen Technologen langfristig die Energieeinsparpotentiale in vielen Sektoren für sehr groß gehalten, so daß diese Potentiale auch 1998 eine bleibende Herausforderung für die Wirtschaft, die Effizienzproduzenten und die Politik sein werden. Der intersektorale Strukturwandel zugunsten weniger energieintensiver Sektoren innerhalb der deutschen Volkswirtschaft hat sich auch 1997 fortgesetzt. Dabei wird die Intensität der Wandlungsprozesse in Ostdeutschland noch immer doppelt so hoch eingeschätzt wie in Westdeutschland. Aus detaillierten Untersuchungen geht hervor, daß der Strukturwandel innerhalb des Industriesektors nur in Ostdeutschland einen Beitrag zur Minderung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen leistete. Der Autor führt eine Reihe von Maßnahmen an, die in der Industrie eine rationelle Energieverwendung förderten (neue Verfahren und Anlagen mit verbesserten Ausbeuten, geringeren Abmessungen und reduziertem Energieverbrauch; energieeffizientere Reaktionsführungen; Einsatz neuer Katalysatoren; Anlagen- und Verfahrensoptimierungen; Einbeziehung von Simulationen in die Steuerung von Prozessen; verstärkter Einsatz von Fuzzy-Verfahren und neuronalen Netzen und anderes). Mit der Festlegung von Emissionsminderungspflichten für Industrieländer im Klimaprotokoll von Kyoto dürfte sich der Schwerpunkt der Umweltpolitik auf die Fragen verschieben, die noch nicht geregelt sind. Hierzu zählen die Details zum internationalen Handel mit Emissionsrechten und die Anrechnung gemeinsam umgesetzter Klimaschutzprojekte (zwei Instrumente, die die Entwicklung der Energieeffizienz weltweit beschleunigen könnten) sowie die Anrechnung von CO2-Senken.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/PX-30985.html