Fraunhofer-Gesellschaft

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Heißgießen von Keramik

 
: Lenk, R.

Kriegesmann, J. ; Deutsche Keramische Gesellschaft e.V. -DKG-:
Technische Keramische Werkstoffe. Loseblattausgabe
Köln: Deutscher Wirtschaftsdienst
ISSN: 0937-2830
ISBN: 3-87156-091-X
21 S. (25. Erg.-Lfg. 1995)
Deutsch
Aufsatz in Buch
Fraunhofer IKTS ()
ceramic; Formgebung; forming; Heißgießen; hot moulding; Keramik

Abstract
Das Heissgiessen, auch Niederdruckwarmspritzen oder Niederdruckspritzgiessen genannt, beruht wie alle thermoplastischen Formgebungsverfahren darauf, dass das keramische Pulver durch Zugabe von thermoplastischen Bindemitteln in einen fliessfaehigen Zustand gebracht wird. Bei Temperaturen oberhalb des Schmelzpunktes des Binders wird die dann fliessfaehige Masse unter Druck in eine Metallform gespritzt, wo sie erkaltet und den Gruenling bildet. Nach dem Austreiben des Bindemittels wird der Braunling gesintert. Beim Heissgiessen werden jedoch im Gegensatz zum Spritzgiessen oder warmplastischen Extrudieren ausschliesslich Paraffine und fluessigschmelzende Wachse als Bindemittel verwendet. Die Formgebung erfolgt deshalb auch direkt aus dem schmelzfluessigen Zustand durch relativ geringe Druckbeaufschlagung. Deshalb zeichnet sich das Heissgiessen durch niedrigere Energiekosten, einen deutlich niedrigeren Verschleiss an Werkzeug und Maschinenteilen und wesentlich geringere Werkzeugkosten aus. Das Heissgiessverfahren ist damit auch fuer kleine bis mittlere Stueckzahlen interessant. Da bei den relativ niedrigen Verarbeitungstemperaturen und -druecken keine Schaedigung des thermoplastischen Binders auftreten kann, ist das Recycling von Masseresten und Anguessen problemlos moeglich. Das Heissgiessverfahren zeichnet sich wie auch das herkoemmliche Spritzgiessen durch eine sehr hohe Masshaltigkeit der Bauteile aus, so dass keine bis nur geringe Nachbearbeitungskosten entstehen.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/PX-16859.html