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Die Fraktale Fabrik. Übersichtsvortrag

 
: Kühnle, H.

Kuhn, A.:
11. Dortmunder Gespräche 1993. Partnerschaftliche Logistik: Logistik im Dialog zwischen Praxis und Wissenschaft : Tagungsband, 13. und 14. Oktober 1993
Dortmund: Verlag Praxiswissen, 1993 (Logistik aktuell)
ISBN: 3-929443-18-X
S.1-9
Dortmunder Gespräche <11, 1993, Dortmund>
Deutsch
Konferenzbeitrag
Fraunhofer IPA ()
Fraktale Fabrik; Informationsfluß; Organisationsmodell; Unternehmensforschung; Unternehmenskultur

Abstract
Erhöhte dezentrale Verfügbarkeit aller zur industriellen Fertigung von Artefakten notwendigen Ressourcen sowie beschleunigtes Marktgeschehen und Turbulenzen im Unternehmensumfeld bestimmen ein neues Paradigma der Fabrik, das zudem geprägt ist durch sinkende Planbarkeit und Vorhersehbarkeit von Entwicklungen und Ereignissen. Nur anpassungsfähige, hochbewegliche und vitale Einheiten haben künftig noch wirtschaftlichen Erfolg. Die Fraktale Fabrik ist ein Konzept zur Gestaltung der geforderten anpassungsfähigen, vitalen und beweglichen Unternehmensstrukturen, das auf einer ganzheitlichen Sicht des Unternehmens fußt. Leistungserstellung, Produkt und Personal entwickeln sich gleichzeitig weiter; Kerngedanke ist, mehr Handlungs-, Gestaltungs- und Entscheidungsspielräume für den Menschen innerhalb und außerhalb der Fabrik zu bieten. Die Fraktale Fabrik gestattet dies auch unter Auflösung von historisch und kulturell bedingten Widerständen. Kommunikation und Information sind die Schlüsselbegrif fe, die in fraktalen Strukturen noch hochrangiger einzustufen sind. Zum Aufbau geeigneter Startstrukturen in der Fraktalen Fabrik können formale Modelle Anwendung finden, die z. B. die Anzahl der zu bildenden Fraktale bestimmen helfen. Die Ganzheitlichkeit der Fabrik zieht dann weitere Dimensionen der Handlungs- und Kommunikationsräume nach sich. Die Verantwortung, die jeder einzelne in der Fabrik trägt, wird wichtiger und umfangreicher, da alle gleichzeitig, gemeinsam und im Konsenz die Fraktale Fabrik gestalten. Mit der Fraktalen Fabrik wird der Aufbau des Industriebetriebs, angelehnt an natürliche Strukturen, weniger starr. Die These, daß selbstorganisierende, aus Menschen zusammengesetzte Teams oder Gruppen analog zu natürlichen Organismen faßbar sind, war von Anfang an gewagt, hat sich jedoch nach den nun vorliegenden Erfahrungen als haltbar erwiesen. Der flächendeckende Nachweis der Stetigkeit und Verträglichkeit "weicherer" Fabrikstrukturen mit Technik und Leistungszielen steht bislang noch aus. Dieser Nachweis ist auch kausal und formal nicht führbar, denn der Mensch selbst entscheidet darüber, ob er das neue Weltbild als nützlich annimmt und sich die daraus abgeleitete Fraktale Fabrik weiträumig zu eigen macht.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/PX-15256.html