Fraunhofer-Gesellschaft

Publica

Hier finden Sie wissenschaftliche Publikationen aus den Fraunhofer-Instituten.

Methodik des interorganisationalen Technologietransfers

Ein Technologie-Roadmap-basiertes Verfahren für kleine und mittlere technologieorientierte Unternehmen
Methodology of the interorganisational transfer of technology
 
: Laube, Thorsten

:
Volltext urn:nbn:de:bsz:93-opus-39771 (1.8 MByte PDF)
MD5 Fingerprint: edb95862ce61029184e0146222dc0dc3
Erstellt am: 9.7.2009


Heimsheim: Jost-Jetter Verlag, 2009, 138 S.
Zugl.: Stuttgart, Univ., Diss., 2008
IPA-IAO Forschung und Praxis, 483
ISBN: 978-3-939890-44-7
Deutsch
Dissertation, Elektronische Publikation
Fraunhofer IPA ()
KMU (Kleine und mittlere Unternehmen); Technologievermittlung

Abstract
Besonders deutsche Unternehmen sind gezwungen, qualitativ hochwertige Produkte zu marktgerechten Preisen anzubieten, um so langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Dabei nimmt die vorausschauende Identifizierung, Einführung und Anwendung neuer Produkt- und Produktionstechnologien sowie eine damit verbundene strategische Ausrichtung des Technologiemanagements zunehmend eine entscheidende Rolle ein. Eine Synthese von markt- und technologieorientierter Planung durch das Zusammenwirken von market pull (Marktorientierung) und technology push (Technologieorientierung) hilft dabei, gleichermaßen sowohl die zukünftigen Anforderungen des Marktes als auch technologische Weiterentwicklungen zu berücksichtigen. Da kleine und mittlere Unternehmen (kmU) selbst kaum Grundlagenforschung betreiben, sind gerade sie in entscheidendem Maße von den Forschungen an Universitäten und außeruniversitären Instituten abhängig, womit der Technologietransfer zum wichtigsten Instrument für die Vorbereitung von Innovationen wird.
Die Problemstellung, die als Ausgangsbasis für diese Arbeit dient, lässt sich wie folgt zusammenfassen: Es ist keine Methodik für den Technologietransfer in der Literatur beschrieben. Kleine und mittlere Unternehmen leiden an einer mangelnden Technologieorientierung. Bekannte Technologiemanagement-Methoden haben einen hohen Ressourcenbedarf. Die Kommunikation zwischen Unternehmensbereichen wird von zur Verfügung stehenden Methoden ungenügend unterstützt. Methoden sind zu wenig in die Prozesse des strategischen Managements integriert.
Die Zielsetzung dieser Arbeit war es, eine speziell auf die Anforderungen von kmU zugeschnittene Methodik für den Technologietransfer zu entwickeln. Zu Beginn wurde die Hypothese vertreten, dass die Technologie-Roadmap-Methode als bereits vielseitig eingesetztes Instrument im strategischen Technologiemanagement für diese Aufgabenstellung geeignet sei. Weiterhin wurde aufgezeigt, dass die Technologiefrühaufklärung als unerlässliches Hilfsmittel für die langfristige Planung des Technologietransfers in die Lösung integriert werden müsse. Es wurden deshalb zunächst der Stand der Technik der Technologiefrühaufklärung und des Technologietransfers sowie unterschiedlicher Ansätze zum Technologie-Roadmapping analysiert und bewertet.
Die Arbeit fokussiert auf den interorganisationalen Technologietransfer in kleinen und mittleren Unternehmen, also den Technologietransfer von externen Technologiegebern hin zu Unternehmen. Diese Unternehmen sollen darüber hinaus technologieorientiert sein, um damit grundlegende Innovations- und Technologiemanagement-Prozesse vorauszusetzen.
Um den bisher überwiegend operativ ausgelegten Technologietransfer strategisch auszurichten, bedarf es eines zusätzlichen strategischen Instruments, der Technologiefrühaufklärung. Diese wurde in die Methodik integriert. Im Anschluss an den Technologietransfer folgt die Nutzungsphase. Für alle drei Aspekte, der Technologiefrühaufklärung, des Technologietransfers und der Technologienutzung, wurde das Modell des Technologietransfer-Managements entwickelt.
Aufbauend auf der systemischen Analyse wurde sowohl ein anforderungsgerechtes Aufbaustruktur- als auch Ablaufstrukturmodell, das Prozessmodell, entworfen. Das Aufbaustrukturmodell beschreibt detailliert die Elemente der Subsysteme und definiert die Inhalte der Technologie-Roadmap als Basis einer unternehmensspezifischen Ausprägung.
Für die Entwicklung des Prozessmodells wurde jeder Prozess anhand von Subprozessen detailliert und die Zusammenhänge zu vor- und nachgelagerten Subprozessen anhand von Input-Output-Beziehungen sowie den verwendeten Methodenbausteinen beschrieben. Für die daran anschließende Integration der Modelle in das strategische Technologiemanagement wurde die Methode "Ereignisorientierte Prozesskette" (EPK) herangezogen.
Bei der Detaillierung der Methodik wurden die Prozesse und Subprozesse weiter konkretisiert und mit Hilfe der EPK-Methode ausmodelliert. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die jeweiligen Zusammenhänge von Subprozess und Technologie-Roadmap gelegt. Zur Bewertung relevanter Technologien bezüglich ihrer Eignung für den Technologietransfer wurde darüber hinaus der Methodenbaustein Technologietransfer-Portfolio entwickelt. Zum Abschluss der Detaillierung der Methodik wurde auf die Besonderheiten bei der erstmaligen Einführung der Methodik in kmU eingegangen.
Der praktische Nutzen wurde abschließend anhand von zwei Fallstudien, der Anwendung der Methodik in einem von der Europäischen Kommission geförderten internationalen Projekt und der Anwendung bei einem kmU, nachgewiesen. Dabei wurde insbesondere auf den Nutzen der Methodik und auf die Erfahrungen bei der Anwendung eingegangen.

 

In order to secure their competitive ability on a long-term basis, German enterprises are compelling due to the stronger international competition to offer high-quality products for prices corresponding to real market conditions. The enterprises are to look out in all directions and evaluate, which emerging alternative technologies can fulfill the same functions better or more economically than the so far used.
The fast adaptation of new technologies is particularly important in this connexion. This is proven among other things by the fact that enterprises, whose innovations became possible by external research and technology developments gain a clearly higher turnover portion with new products than the average of all innovators.
The adaptation of new technologies leads again to a change in the enterprises. The transformation and problem solution ability, the ability for making the enterprise fit for the future, is however the strength of numerous enterprises. The foresighted identification, introduction and application of new product and manufacturing technologies takes increasingly a crucial role as well as an associated strategic adjustment of the technology management.
The basic research necessary for it can hardly be operated by small and medium enterprises themselves. Therefore particularly they depend crucially on the research at universities and non-university institutes. Thus the transfer of technology becomes the most important instrument for the preparation of innovations.
One of the largest challenges of our economies today is the structural change, which is among other things technology-conditioned. The increasing networking and increasing complexity of (product and production) technologies, the world-wide concentration on the key technologies, the faster diffusion and interdependency of these technologies as well as the internationalisation of the markets mark this technological structural change. By that small and medium enterprises, so called sme, are concerned.
The implementation of selected methods of the technology foresight and the transfer of technology in the enterprises represents today a rough research field. A methodology is missing to the technology managers, with whose assistance they can support the introduction of new technologies.
The objective of this work was to develop a methodology for the transfer of technology, particularly based on the requirements of small and medium enterprises. At the beginning the hypothesis was represented that the technology Roadmap method for this setting of tasks was suitable. It is an already versatile used instrument in the strategic technology management.
So far transfer of technology was mainly operational. In order to align the transfer of technology strategically, it requires an additional strategic instrument, the technology foresight. This was integrated into the methodology. Following the transfer of technology the utilisation phase follows. For all three aspects, the technology foresight, the transfer of technology and the technology use, the model of the transfer of technology management was developed.
In the context of the conception of the methodology first the transfer of technology management was analysed in a system-oriented way. It was shown that both all three aspects and the method technology Roadmapping as subsystems with similar elements can be modelled. Thus integration ability could be derived.
For the development of the processing concept each process was detailed on the basis of sub-processes and the connexions to previous and following sub-processes used by input output relations and the method components was described. In order to integrate the models into the strategic technology management the method "event-oriented process chain"(EPC) was consulted.
In order to detailing the methodology the processes and sub-processes were continued to make concrete and modelled with the help of the EPC method. Special attention was put thereby on the respective connexions by sub-processes and technology Roadmap.
For the evaluation of relevant technologies concerning its suitability for the transfer of technology the method component "Transfer of Technology Portfolio" was developed beyond that. For the conclusion of detailing the methodology the characteristics during the first introduction of the methodology to small and medium enterprises was described.
The practical use was proven concluding on the basis of two case studies, the application of methodology in an international project promoted by the European commission and application with one small and medium enterprise. In particular the use of methodology and the experiences were stressed with application.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-93392.html