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Der Elektronenstrahl als Werkzeug zur Oberflächenmodifizierung und - funktionalisierung und zur Sterilisation

 
: Wetzel, C.; Röder, O.

Blasek, G. ; Europäische Forschungsgesellschaft Dünne Schichten e.V. -EFDS-; Dresdner Transferstelle für Vakuumtechnik, Dresden:
Beschichtung und Modifizierung von Kunststoffoberflächen. 15. Neues Dresdner Vakuumtechnisches Kolloquium 2007. Tagungsband : Dresden, Germany, 16.-18.10.2007
Dresden, 2007
ISBN: 978-3-00-022604-5
S.89-95
Neues Dresdner Vakuumtechnisches Kolloquium (NDVaK) <15, 2007, Dresden>
Deutsch
Konferenzbeitrag
Fraunhofer FEP ()
Oberflächengestaltung; Modifizierung; Sterilisation; Elektronenstrahl

Abstract
Die nichtthermischen Elektronenstrahlprozesse im Niederenergiebereich bis 150 keV bieten Lösungen für Oberflächen und Randschichten. Sie dienen u.a. zur Härtung von Lacken, Vernetzen von Polymeren und Sterilisieren von Oberflächen. Besondere Beachtung im Rahmen der Forschungstätigkeit erfährt nicht nur die komplexe Entwicklung und Erprobung von Technologien, sondern auch die Entwicklung produktspezifischer Systemlösungen einschließlich deren Überführung in die industrielle Praxis. Mit der Versuchsanlage 'REAMODE' des FEP Dresden steht eine modular aufgebaute Anlage zur Verfügung, die an die jeweiligen Aufgabenstellungen angepasst werden kann. So können Verfahrensbedingungen unter Vakuum, mit Schutz- oder Reaktivgas sowie unter Einsatz der wichtigsten Elektronenstrahlsysteme hergestellt werden. Zur Verfügung steht ferner eine mobile Prtoduktionsanlage zur Entkeimung bzw. Modifizierung von Schüttgut. Der Artikel berichtet sowohl über aktuelle Arbeiten als auch über avisierte Forschungsschwerpunkte im FEP Dresden, insbesondere im Bereich der Medizintechnik. Vorgestellt werden Arbeitsergebnisse zur Sterilisation sowie zur Oberflächenmodifizierung und Funktionalisierung. Elektronenstrahlprozesse an Atmosphärendruck bieten die Möglichkeit einer gezielten Kombination der Wirkung beschleunigter Elektronen und des generierten Gasplasmas. Werden beschleunigte Elektronen für Sterilisationsprozesse eingesetzt, kann parallel dazu auch eine Modifizierung bzw. 'Chemisierung' der Oberfläche erzielt werden. Mit Hilfe der kombinierten Elektronenstrahl- und Plasmatechnologie sind in Zukunft Oberflächen herstellbar, die eine verbesserte Integration polymerer Werkstoffe in den Organismus erwarten lassen. Der Einsatz metallisierter Oberflächen erübrigt sich dadurch und die Gefahr von Biokorrosion - hervorgerufen durch Wechselwirkungen mit humanbiologischem Zellmaterial - entfällt. Eine geschlossene Wertschöpfungskette in Form einer Biofunktionalisierung von Polymeroberflächen mit integriertem Sterilisationszyklus wird als realistisches Ziel angesehen.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-72310.html