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Ökobilanzierung des innovativen Kreislaufwirtschaft-Geschäftsmodells "Kleidung leihen"

 
: Steen, Maximilian
: Marscheider-Weidemann, Frank

:
Volltext urn:nbn:de:0011-n-6430500 (4.6 MByte PDF)
MD5 Fingerprint: a53fcf0a651b3cc52d0a856cd945cc4f
Erstellt am: 16.11.2021


Landau, 2021, VIII, 63 S., XLIII
Koblenz/Landau, Univ., Bachelor Thesis, 2021
Deutsch
Bachelor Thesis, Elektronische Publikation
Fraunhofer ISI ()

Abstract
Die Bekleidungsindustrie ist extrem umweltschädlich. Angefeuert durch einen stetig wachsenden Kleidungskonsum, mitunter durch „Fast Fashion“, trägt sie zu einer Vielzahl der Umweltprobleme bei. Als eine Lösung für den hohen Bedarf an neuer Kleidung gelten innovative Kreislaufwirtschaft-Geschäftsmodelle wie „Produkt-Dienstleistungs-Systeme“ oder „Collaborative Fashion Consumption“. Ziel dieser Arbeit ist es, anhand eines Fallbeispiels ein solches Geschäftsmodell aus einer Umweltperspektive zu untersuchen. Es handelt sich um das Leihen von Kleidung mit einem monatlichen Abonnement, bei dem Kleidung regelmäßig getauscht werden kann. Diese Arbeit quantifiziert die Umweltwirkungen der Nutzung dieses Geschäftsmodells und eines konventionellen Geschäftsmodells und stellt fest, ob die Nutzung des „Kleidung leihen“ ökologisch vorteilhaft ist. Dafür wird die Methodik einer Ökobilanz nach DIN EN ISO 14040 (2021) angewandt. Die untersuchten Wirkungskategorien sind das Treibhauspotential (GWP), der kumulierte Energieaufwand (KEA) und die Wassernutzung. Die Ergebnisse zeigen, dass die größten Umweltlasten bei beiden Geschäftsmodellen in der Produktions- und der Nutzungsphase entstehen. Allerdings resultiert die Nutzung des Kreislauf-Geschäftsmodells in allen Wirkungskategorien in geringeren Umweltlasten und ist somit ökologisch vorteilhaft. Der wichtigste Faktor ist hier die Menge an neu gekaufter Kleidung, die durch das Leihen von Kleidung eingespart wird. So werden die höheren Distributionslasten des Kreislauf-Geschäftsmodells überkompensiert. Auch wenn das Kreislauf-Geschäftsmodell ökologische Vorteile bietet, so bleibt die Frage offen, wie groß das Verbreitungspotential in der Gesellschaft ist und wie viel Umweltlasten dadurch in Summe eingespart werden können. Allerdings wird deutlich, dass Nutzer*innen mit ihrem Verhalten (bspw. beim Kleidungskonsum oder Waschen) die Umweltlasten maßgeblich beeinflussen können. Die Nutzung des Kreislauf-Geschäftsmodells ist also ökologisch besser als das Kaufen von Kleidung, scheint aber keine Pauschallösung zu einer nachhaltigen Gesellschaft zu sein.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-643050.html