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Künstliche Intelligenz in der genomischen Medizin - Potenziale und Handlungsbedarf

Policy Brief Februar 2021; Policy Brief KI in der genomischen Medizin
 
: König, Harald; Heyen, Nils B.; Baumann, Martina; Schmoch, Ulrich; Bachlechner, Daniel; Heil, Reinhard; Hüsing, Bärbel

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Volltext urn:nbn:de:0011-n-6352494 (881 KByte PDF)
MD5 Fingerprint: 6fddb7a346478e5e752d4e4006ee0eb4
Erstellt am: 28.5.2021


Karlsruhe: KIT, 2021, 8 S.
Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF (Deutschland)
16ITA201A/B
Deutsch
Bericht, Elektronische Publikation
Fraunhofer ISI ()

Abstract
Der Einsatz von Methoden der künstlichen Intelligenz (KI) in der Genomforschung und Biomedizin hat sich in den letzten Jahren weltweit sowohl in der akademischen Welt als auch in der Wirtschaft rasant entwickelt.
Die Potenziale und die damit verknüpften Erwartungen betreffen erstens die Grundlagenforschung, in der KI-basierte Methoden entscheidend dazu beitragen können, mögliche ursächliche Veränderungen im Erbgut und molekulare Mechanismen für Krankheiten schnell und umfänglich zu erkennen, zweitens die gezieltere und schnellere Entwicklung von Medikamenten und drittens die differenziertere Krankheits-diagnose und Prognose von Erkrankungsrisiken, Therapiemöglichkeiten und -verläufen.
Handlungsbedarfe für die öffentliche Forschungs- und Innovationspolitik bestehen insbesondere im Auf- oder Umbau von Forschungs- und Dateninfrastrukturen für die Gewinnung und den sicheren Austausch von qualitativ hochwertigen Genom- und Gesundheitsdaten über Grenzen und verschiedene Regulierungsbedingungen hinweg; außer-dem in der Förderung von Forschung und Start-up-Unternehmen sowie in der Berücksichtigung soziokultureller und ethischer Aspekte wie Vertrauen der Anwender*innen oder den Schutz besonders sensibler Daten.
Weil sich das Feld und seine wirtschaftliche Nutzung sehr dynamisch entwickelt und zurzeit von den USA und China geprägt wird, wird empfohlen, einen stakeholderbasierten, forschungs- und innovationspolitischen Strategieprozess aufzusetzen. Dieser sollte reflektieren, wie Deutschland und Europa ihre Position bei der verantwortungsbewussten und werteorientierten Entwicklung von KI-Innovationen in der genomischen Medizin und ihre Attraktivität für internationale Kooperationen, Talente und Investitionen stärken können, und darauf aufbauend auf die Umsetzung von Maßnahmen hinwirken, die über die bereits laufenden oder geplanten forschungs- und innovationspolitischen Aktivitäten hinausgehen.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-635249.html