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Online-Öffentlichkeiten als Gegenstand empirischer Forschung

Online publicities as a resistance to empirical research
 
: Zimmermann, A.C.

:

Berliner Journal für Soziologie 17 (2007), Nr.2, S.167-187
ISSN: 0863-1808
ISSN: 1862-2593
Deutsch
Zeitschriftenaufsatz
Fraunhofer ISI ()

Abstract
Online-Öffentlichkeiten wurden bisher überwiegend als Online-Versionen herkömmlicher Öffentlichkeit untersucht. Die Möglichkeiten des neuen Mediums, rein internetspezifische Formen von Öffentlichkeit hervorzubringen, blieben sowohl auf der theoretisch-konzeptionellen als auch auf der empirischen Ebene meist unberücksichtigt. In diesem Artikel wird ein Ansatz vorgestellt, der bei der konzeptionellen Erfassung neuer Formen von Online-Öffentlichkeit die Seite der Internetnutzer und der Anbieter von Webseiten sowie die strukturellen Besonderheiten des Internets berücksichtigt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wo im Internet Öffentlichkeiten entstehen sind, die ähnliche Funktionen wie herkömmliche massenmediale Öffentlichkeiten erfüllen, in ihrer Art aber nur online möglich sind. Anhand von Öffentlichkeiten, die sich über Suchmaschinen generieren, wird gezeigt, wie solche internetspezifischen Formen von Öffentlichkeit empirisch untersucht werden können. Um die Potenziale dieser Online-Öffentlichkeiten abschätzen zu können, werden herkömmliche massenmediale Öffentlichkeiten in den Printmedien als Vergleichsmaßstab herangezogen. Abschließend wird ein theoretischer Bezugsrahmen vorgeschlagen, der sich bei der Interpretation der vorgefundenen Muster als fruchtbar erweisen könnte.

 

So far, research of online public spheres has mainly been carried out as an online version of offline public spheres. The possibilities of the new medium to create new and Internet-specific forms of a public sphere have been ignored both on the theoretical and empirical level. In this article, I propose an approach that allows for the conceptualization of new forms of online public spheres. It takes the Internet user, the providers of web sites and the structural specificities of the Internet into account. The main thrust of the article is the question as to where the Internet provides public spheres that fulfill functions similar to their offline siblings yet are characterized by an Internet-specific quality. Taking the case of online public spheres that are created by search engines, it can be illustrated how these Internet-specific forms of the public sphere may be analyzed empirically. In order to be able to judge their potential, online public spheres are compared with printed mass media. In a final reflection, I propose a theoretical framework that could be fruitful for the explanatory interpretation of the patterns found in the empirical analysis.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-63149.html