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Inaktivierung von Krankheitserregern

 
: Ehlert, Ulrike

:

MTA-Dialog 21 (2020), Nr.10, S.770-776
ISSN: 1439-071X
Deutsch
Zeitschriftenaufsatz
Fraunhofer IZI ()
Impfstoff; Virusinaktivierung; Formaldehyd; Niederenergetische Elektronenstrahlung; Virusneutralisationstest

Abstract
In der Präventivmedizin spielen Impfstoffe eine besonders wichtige Rolle. Allerdings werden Erreger in Totimpfstoffen noch immer mit stark toxischen beziehungsweise krebserregenden Chemikalien inaktiviert, meist Formaldehyd oder beta-Propiolacton. Der Inaktivierungsschritt gilt als zeitaufwendig, zudem werden durch lange Einwirkzeiten oft wichtige Oberflächenstrukturen der Erreger verändert, die dann keine schützende Immunität mehr auslösen können. Ionisierende Bestrahlung wie zum Beispiel Röntgen-, Gamma- oder hochenergetische Elektronenstrahlung inaktiviert Pathogene zwar wesentlich schneller und erhält größtenteils die Antigenität, erfordert aber umfangreiche Abschirmungskonstruktionen zum Strahlenschutz. Eine wirkungsvollere Alternative ist die Inaktivierung mit niederenergetischen Elektronenstrahlen, die innerhalb von Millisekunden Organismen abtöten. Da die Elektronenstrahlung vor allem die Erbsubstanz zerstört, bleiben Antigenstrukturen weitestgehend intakt, sodass nach einer Impfung eine spezifischere Immunreaktion induziert wird. Die Impfstoffproduktion könnte damit kostengünstiger und schneller werden, das Verfahren kann zudem in normalen biologischen Laboren angewendet werden.

 

Vaccines play an important role in preventive medicine. However, pathogens in killed vaccines are still chemically inactivated, usually with formaldehyde or beta-propiolactone, which are considered to be toxic and carcinogenic, respectively. The inactivation step is time-consuming and may alter the antigenic structures on the surface of the pathogens making the vaccine less efficient. Ionizing irradiation such as x-rays, gamma or high-energy electrons is much faster and largely preserves the antigenicity, but requires extensive shielding constructions. A more efficient alternative is the inactivation with low-energy electron irradiation which operates within milliseconds. Because the irradiation mainly destroys the genetic material, antigenic structures stay mostly intact thus inducing a more specific immune response after vaccination. This technology could therefore make vaccine production more cost-effective and faster, and the irradiation process could be realized in normal laboratories.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-624710.html