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Impulse einer präventiven Arbeitsgestaltung zur Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung

Impulses of a preventive work design in the digitalization of public administration
 
: Braun, Martin

:
Volltext urn:nbn:de:0011-n-6085617 (263 KByte PDF)
MD5 Fingerprint: ab108fc42bd1cadd815629343ac85a99
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Erstellt am: 11.11.2020


Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie (2020), Online First, 6 S.
ISSN: 0173-3338
ISSN: 0944-2502
Deutsch
Zeitschriftenaufsatz, Elektronische Publikation
Fraunhofer IAO ()

Abstract
Um die Ansprüche von Politik und Bürgerschaft bestmöglich zu erfüllen, vollzieht die öffentliche Verwaltung einen anhaltenden Modernisierungsprozess. Die Steuerungsinstrumente des „Neuen Managements“ sollen beitragen, menschliche Kreativitäts- und Produktivitätspotenziale zu aktivieren, um Verwaltungsleistungen kundenorientierter, qualitätsvoller und kosteneffizienter zu erbringen. Mittlerweile treiben die Funktionspotenziale des „E-Governments“ die Verwaltungsmodernisierung weiter voran. Eine rechtliche Grundlage bildet das Onlinezugangsgesetz. Es verpflichtet die Behörden, ihre Verwaltungsleistungen auch mittels digitaler Verwaltungsportale anzubieten. Im Zuge der digitalen Transformation werden in zunehmendem Maße bislang dem Menschen vorbehaltene wissens- und denkgestützte Aufgaben auf Informationsmaschinen übertragen. Um zu vermeiden, dass die Reaktion auf unbefriedigende Arbeitsbedingungen den Modernisierungsprozess in der öffentlichen Verwaltung lähmt, sind präventive Maßnahmen geboten. Diese erstrecken sich nicht nur auf den Einsatz von Arbeitsmitteln, sondern vor allem auf die Organisation der Arbeit sowie auf die Funktionsteilung von Mensch und Maschine. Der Beitrag stellt ausgewählte Handlungsfelder vor, die sich an einer „Kultur der Prävention“ orientieren. Er zeigt auf, dass die digitale Transformation eine Aufwertung derjenigen menschlichen Leistungsbeiträge erfordert, die Maschinen nicht zu erbringen vermögen. Hierzu gehört vor allem die Ausgleichsfähigkeit des gesunden Menschen zur Förderung der sozialen Kohärenz. Kohärenz stellt hier ein Ordnungsmuster für komplexe soziotechnische Arbeitssysteme dar, die sich den Regeln des rationalen Planungsparadigmas entziehen.

 

In order to successfully fulfil the demands of politics and the citizenry, the public administration is undergoing a continuous modernization process. The instruments of the new management are intended to activate the human creativity and productivity potentials in order to provide more customer-oriented administrative services, of high quality and more cost efficiently. In the meantime, the functional potential of the e‑government is driving the modernization of administration further forward. A legal foundation is the Online Access Act, which obliges public authorities to provide their administrative services via digital portals. In the course of the digital transformation, knowledge-based and think-based tasks previously reserved for humans are increasingly being transferred to information machines. In order to avoid that the reaction to unsatisfactory working conditions paralyses the modernization process in the public administration, preventive measures are recommended. Prevention covers not only the use of work equipment but above all the organization of work and the division of functions between man and machine. This article presents selected fields of action that are oriented towards a culture of prevention. It shows that digital transformation requires an upgrading of those human performances that machines are not able to provide. This includes, above all, the balancing ability of healthy people to promote social coherence. Coherence represents an ordering pattern for complex sociotechnical working systems that evade the rules of the rational planning paradigm.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-608561.html