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Theoretische Grundlagen für die Analyse von Transformationsprozessen auf Branchenebene und Anwendung auf die Automobilbranche

 
: Gandenberger, Carsten; Clausen, Jens; Grimm, Anna

:
Volltext urn:nbn:de:0011-n-6057982 (1.1 MByte PDF)
MD5 Fingerprint: 06d6b4414ffb5e47d757482ae7e0020e
(CC) by
Erstellt am: 21.10.2020


Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 2020, 62 S.
Working Paper Forschungsförderung, 192
Deutsch
Bericht, Elektronische Publikation
Fraunhofer ISI ()
Pfadabhängigkeit; Elektrifizierung; Digitalisierung; Schumpeter

Abstract
Die transformativen Auswirkungen neuer Technologien können auf Branchenebene zu gravierenden Umwälzungen führen, die sich in veränderten Marktstrukturen, Wertschöpfungsketten und Anforderungen an persönliche Kompetenzen und Fähigkeiten niederschlagen. Es besteht daher ein erhebliches gesellschaftliches Interesse daran, branchenbezogene Transformationsprozesse besser zu verstehen und entsprechend der gesellschaftlichen Ziel- und Wertvorstellungen gestalten zu können. Ein in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften weit verbreiteter Ansatz zur Analyse sozio-technischer Transformationsprozesse ist die Multi Level Perspective (MLP). Bei der Analyse der aktuellen Umbrüche in der Automobilbranche, die vor allem durch das Aufkommen der Elektromobilität und die Digitalisierung des Fahrzeugs und der Verkehrssysteme hervorgerufen werden, treten jedoch Fragen auf, die von der MLP nicht hinreichend beantwortet werden können. Der Beitrag zeigt Übergabepunkte auf, ab denen die Branchenanalyse anhand weiterer Ansätze und ihren jeweiligen Perspektiven und Methoden fortgeführt werden kann. Bei der Beleuchtung von Nischen und ihren Interaktionen mit dem Regime ergibt sich ein solcher Übergabe-punkt zwischen der MLP und der Entrepreneurship-Forschung. Weitere Übergabepunkte befinden sich auf der Regime-Ebene: Zum einen können die Unternehmen des Regimes mit Hilfe des Global Value Chain-Ansatzes als Teile der globalen Wertschöpfungskette aufgefasst werden, deren Akteure in unterschiedlicher Weise von Transformationsprozessen betroffen sind. Zum anderen fällt auf, dass die Unternehmen des Regimes der Automobilbranche nicht als monolithischer Block agieren, sondern in der Realität ganz unterschiedliche Anpassungsstrategien wählen. Mit Hilfe organisationstheoretischer Konzepte werden daher die Wechselbeziehungen zwischen den transformativen Wirkungen neuer Technologien und den Anpassungsstrategien und -fähigkeit der Regimeakteure beleuchtet.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-605798.html