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Betroffenheit regionaler Industrie durch den Braunkohleausstieg im Gebiet der IHKS Halle-Dessau und zu Leipzig

Studie im Auftrag der IHK Halle-Dessau und IHK zu Leipzig
 
: Schneider, Jens; Hafemann, Martin; Growitsch, Christian

:
Volltext urn:nbn:de:0011-n-5968682 (2.6 MByte PDF)
MD5 Fingerprint: 852d66f21191bd3de1be236e6a8e87b9
Erstellt am: 23.7.2020


Leipzig: Fraunhofer IMW, 2020, 40 S.
Deutsch
Studie, Elektronische Publikation
Fraunhofer IMW ()

Abstract
Die Studie untersucht die Betroffenheit der regionalen Industrie in Sachsen-Anhalt und Sachsen durch den Braunkohleausstieg in Bezug auf Stromkosten und Versorgungssicherheit bis 2030.Ergebnis einer Metastudie ist ein erwarteter Börsenstrompreisanstieg von 4 ct/kWh im Jahr 2020 auf 6 ct/kWh in 2030. Im gleichen Zeitraum steigen die durchschnittlichen Netzentgelte für Haushalts- und Gewerbekunden von 9 ct/kWh auf 10 ct/kWh. Es wird erwartet, dass die Erneuerbare-Energien-Gesetzt (EEG)-Umlage unabhängig von möglichen politischen Entlastungen von 6,756 ct/kWh auf 4,43 ct/kWh fällt und damit für einen Großteil der Verbraucher andere strompreissteigernde Effekte weitgehend kompensiert. Jedoch gilt diese Kompensation nicht für energieintensive Unternehmen, die unter die Besondere Ausgleichsregelung fallen und damit größtenteils von der EEG-Umlage befreit sind. Hier müssen Maßnahmen implementiert werden, die deren Geschäftsmodelle erhalten oder neue Geschäftsfelder erschließen. Einerseits sollten die betroffenen energieintensiven Unternehmen technische und betriebswirtschaftliche Maßnahmen ergreifen oder intensivieren, um sich vor den Auswirkungen steigender Börsenstrompreise zu schützen. Hier könnten beispielsweise Energieeffizienzmaßnahmen oder die Einbindung Erneuerbarer in die Stromversorgung Beiträge leisten. Andererseits bedarf es öffentlicher Instrumente, um energieintensiven Unternehmen faire Wettbewerbsbedingungen zu ermöglichen und damit ein Abwandern von Arbeitsplätzen nebst Wertschöpfung zu verhindern. Zur Untersuchung der Versorgungssicherheit wurde eine Systemsimulation für die elektrische Energieversorgung der Region erstellt. Durch den hohen Stromexportüberschuss besteht für die Region kein akuter Handlungsbedarf bezüglich Versorgungssicherheit bis etwa die Hälfte der Kohlekraftwerkskapazität abgeschaltet ist. Bei bestehenden Netzen ist die Versorgungssicherheit der Region auch ganz ohne Braunkohleerzeugungskapazität möglich, die durch Stromimporte technisch ersetzt werden kann. Dabei gilt es zu prüfen, woher diese Stromimportmengen in einem integrierten europäischen Strommarkt kommen können. Ein verstärkter Ausbau von Wind- und Solarenergieerzeugungskapazitäten als auch eine marktwirtschaftliche Förderung von Speichertechnologien kann in Zukunft dazu führen, dass die Region ein Energiestandort bleibt.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-596868.html