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Prototypische Entwicklung eines Visualisierungssystems zur Unterstützung der Rekonstruktion von Massenautounfällen

 
: Schütz, M.
: Groch, W.-D.; Kestner, W.; Knöpfle, C.

Darmstadt, 2001
Darmstadt, FH, Dipl.-Arb., 2001
Deutsch
Diplomarbeit
Fraunhofer IGD ()
reconstruction; visualisation; simulation; model; physics; education

Abstract
In dieser Diplomarbeit wurde ein System zur Rekonstruktion und Visualisierung von Massenautounfällen entwickelt. Es unterstützt die polizeilichen Sachbearbeiter vor allem bei sehr komplexen und schwer überschaubaren Autounfällen, an denen sehr viele Fahrzeuge beteiligt sind. Ausserdem gibt es der Justiz Hilfestellung bei der Vorstellung und Darstellung des Unfallhergangs, um eine effizientere Beweisführung zu ermöglichen.
Auf diese Art und Weise können Spuren und Zeugenaussagen überschaubar dargestellt und verifiziert werden. Auch im privatrechtlichen Bereich kann das System zur Bestimmung von Schmerzensgeld- oder Schadensersatzansprüchen eingesetzt werden.
Die polizeilichen Sachbearbeiter haben grosse Schwierigkeiten, den kompletten Unfallhergang mit den bestehenden Mitteln nachzuvollziehen. Bei der Durchführung der Rekonstruktion verliert man schnell den Überblick über die einzelnen Teilabläufe und die bisher rekonstruierten Fahrzeugkollisionen und Fahrzeugbewegungen. Ein grosses Problem ist dabei auch die Wiederholbarkeit einer durchgeführten Rekonstruktion. Eine erneute Rekonstruktion führt dann höchstwahrscheinlich nicht zum gleichen Ergebnis, alle Teilabläufe müssen erneut hergeleitet werden. Daher fällt auch eine Vorführung des rekonstruierten Unfallgeschehens schwer. Eine Demonstration des Unfallablaufs vor Gericht ist nahezu unmöglich.
Das entwickelte Rekonstruktions- und Visualisierungssystem hilft nun zum einen bei der Durchführung der Rekonstruktion. Die einzelnen Teilabläufe des Unfalls können Schritt für Schritt bearbeitet werden, bleiben im System erhalten und stehen dem Benutzer jederzeit als Visualisierung zur Verfügung. Ausserdem hat der Benutzer den Überblick über alle Spuren an den Fahrzeugen, die daraus ermittelten Kollisionen und die daraus entstandenen Teilabläufe. Ein Massenunfall, der auf diese Art und Weise einmal rekonstruiert wurde, kann beliebig oft abgespielt werden. Dabei ist die Perspektive, aus der das Unfallgeschehen beobachtet wird, frei wählbar. Beispielsweise lassen sich bestimmte Zeugenaussagen kontrollieren, indem man den Unfallablauf aus der Sicht des Zeugen abspielt. Eine weitere Moeglichkeit ist, mit einem Fahrzeug virtuell mitzufahren, um die Aussage oder das Verhalten des Fahrers zu überprüfen.
Die graphische Darstellung in 3D wird mit Hilfe des szenengraphbasierten Renderingmoduls OpenSG durchgeführt.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-5870.html