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Verwundbarkeitsanalyse von städtischen Gebieten infolge von Erdbebenereignissen

 
: Fischer, Kai; Trometer, Stefan

Adam, Christoph (Hrsg.) ; Univ. Innsbruck:
16. D-A-CH Tagung Erdbebeningenieurwesen & Baudynamik 2019 : 26. und 27. September 2019, Innsbruck
Innsbruck, 2019
ISBN: 978-3-200-06454-6
S.97-104
Tagung Erdbebeningenieurwesen & Baudynamik <16, 2019, Innsbruck>
Deutsch
Konferenzbeitrag
Fraunhofer EMI ()
3D-Stadtmodell; Schwachstellenprognose; Ingenieurmodell; Verwundbarkeitsanalyse; Lageeinschätzung; Schadensprognose

Abstract
Erdbebenereignisse können schnell zu chaotischen und unübersichtlichen Situationen sowie erschwerten Arbeitsbedingungen für Such- und Rettungstrupps führen, wie es beispielsweise das Erdbeben in L’Aquila 2009 gezeigt hat. Schnelle Entscheidungen müssen getroffen werden um potentielle verschüttete Personen zu lokalisieren. In diesem Beitrag wird ein Softwaredemonstrator vorgestellt, der es ermöglicht ganzheitlich städtische Gebiete unter Erdbebeneinwirkung zu bewerten und in einem semantischen 3D-Stadtmodell zu visualisieren. Die implementierten Methoden ermöglichen die zeitabhängige Abschätzung der Personen pro Gebäude in Abhängigkeit der Region und der Gebäudenutzung. Diese Information kann optional mit zu erwartenden Schäden am Gebäude kombiniert werden. Hierzu werden verschiedene Methodenberücksichtigt. Eine schnelle Bewertung ermöglicht die Europäische Makroseismische Skala (EMS-98), die Erdbebenintensitäten und Konstruktionsarten verschiedenen Verwundbarkeitsklassen zuordnet. Ein zweiter detaillierterer Ansatz verwendet eine Liste von vordefinierten Gebäudetypen. Der Import von Shakemaps oder ein Dämpfungsmodell, was auf Magnitude und Epizentrum basiert, ermöglichen die Abschätzung der horizontalen Bodenbeschleunigung am Gebäude und der daraus resultierenden strukturellen Schäden. Somit liefert diese Methodik Beiträge, um sich auf disruptive Ereignisse bestmöglich vorzubereiten, Schwachstellen zu identifizieren, die Effektivität robustheitssteigernder Maßnahmen zu charakterisieren und im Falle eines Ereignisses Beiträge zur Priorisierung von Einsätzen und somit schnellstmöglich zu reagieren. In diesem Beitrag wird ein Vergleich zu Realereignissen vorgenommen, um die Qualität der Schadensprognosen zu bewerten.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-577714.html