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Umsetzung der Richtlinien zur unmittelbaren postpartalen Stillförderung in deutschen Geburtskliniken - Ergebnisse einer Querschnittserhebung im Rahmen der Studie Stillen und Säuglingsernährung im 1. Lebensjahr in Deutschland SuSe II (2018/19)

 
: Thinnes, Merlin; Burak, Constanze; Zahn, Johanna; Rudolf, Henrik; Burmann, Anja; Meister, Sven; Lücke, Thomas; Kersting, Mathilde

Deutsche Gesellschaft für Ernährung -DGE-, Bonn:
Lebensjahre in Gesundheit - was leistet die Ernährung? : Abstractband zum 56. Wissenschaftlichen Kongress, 19.-21. März 2019, Gießen
Bonn: DGE, 2019
ISBN: 978-3-88749-260-1
S.90
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Wissenschaftlicher Kongress) <56, 2019, Gießen>
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft BMEL (Deutschland)

Studie zur Erhebung von Daten zum Stillen und zur Säuglingsernährung in Deutschland - SuSe II
Deutsch
Konferenzbeitrag
Fraunhofer ISST ()

Abstract
Hintergrund: Die Ermunterungen zum Stillen nach Bedarf, frühen Anlegen bzw. Hautkontakt unmittelbar nach der Geburt gehören zu den Empfehlungen der Nationalen Stillkommission (NSK) zur Stillförderung in Krankenhäusern. Durch das Stillen nach Bedarf richtet sich die produzierte Milchmenge nach der Häufigkeit und Menge, die das Baby trinkt. Zudem lernt die Mutter, die Bedürfnisse ihres Kindes zu erkennen. Dies und das Erlernen des Stillens wird auch durch frühes Anlegen gefördert.
Methoden: Die bundesweite onlinebasierte SuSe II-Studie umfasst eine Querschnittserhebung der Stillvoraussetzungen in deutschen Geburtskliniken und eine anschließende prospektive Erhebung zum Stillen und der Säuglingsernährung, bei in den Kliniken rekrutierten Mutter-Kind-Paaren im 1. Lebensjahr.
Ergebnisse: In 58,7 % der 109 teilnehmenden Kliniken wird das Stillen entsprechend der Bedürfnisse von Mutter und Kind (nach Bedarf) praktiziert. 2,8 % der Kliniken ermöglichen das Stillen nach Bedarf und achten gleichzeitig darauf, dass mindestens 8-mal innerhalb von 24 Stunden angelegt wird. Von den als babyfreundlich zertifizierten Geburtskliniken (n = 28) praktizieren 35,7 % das Stillen nach Bedarf und 3,6 % die Kombination. Der unmittelbare Hautkontakt nach einer vaginalen Geburt (bzw. einer Sectio) für mindestens eine Stunde oder bis zum ersten Stillen wird in 89,9 % (bzw. 45,9 %) aller und 100,0 % (bzw. 89,3 %) der zertifizierten Kliniken gewährleistet. In 71,6 % aller und 85,7 % der zertifizierten Kliniken legen die Mütter ihre Neugeborenen innerhalb der ersten Stunde nach vaginaler Geburt an (nach Sectio: 54,1 % vs. 71,4 %). Ebenfalls dargestellt wird die Umsetzung der Richtlinien in Relation mit weiteren Merkmalen der Kliniken wie Klinikgröße und Trägerschaft.
Schlussfolgerung: Die Zertifizierung von Geburtskliniken sollte angestrebt werden. Allerdings besteht auch in zertifizierten Kliniken Verbesserungspotenzial hinsichtlich der Umsetzung des Stillens nach Bedarf und den Empfehlungen der NSK.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-577633.html