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Zukunftsmarkt energieeffiziente Stahlherstellung

Fallstudie im Rahmen des Vorhabens "Wissenschaftliche Begleitforschung zu übergreifenden technischen, ökologischen, ökonomischen und strategischen Aspekten des nationalen Teils der Klimaschutzinitiative"; FKZ 03KSW016A und B
 
: Gerspacher, Andreas; Arens, Marlene; Eichhammer, Wolfgang

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Volltext urn:nbn:de:0011-n-5693233 (951 KByte PDF)
MD5 Fingerprint: 5af5ed042e06f730400d5f9d7f22a551
Erstellt am: 19.12.2019


Karlsruhe, 2011, V, 55 S.
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit BMU (Deutschland)
03KSW016A
Wissenschaftliche Begleitforschung zu übergreifenden technischen, ökologischen, ökonomischen und strategischen Aspekten des nationalen Teils der Klimaschutzinitiative
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit BMU (Deutschland)
03KSW016B
Wissenschaftliche Begleitforschung zu übergreifenden technischen, ökologischen, ökonomischen und strategischen Aspekten des nationalen Teils der Klimaschutzinitiative
Deutsch
Bericht, Elektronische Publikation
Fraunhofer ISI ()

Abstract
Zur Erreichung der deutschen und europäischen Klimaschutzziele ist Energieeffizienz das einfachste und kostengünstigste Mittel. Entsprechend ist eines der Ziele des europäischen Emissionshandels, Best Available Technologien (BAT) und innovative Technologien möglichst rasch in den Markt zu bringen bzw. zu entwickeln. Hiervon sind auch Eisen/Stahl-Prozesse betroffen, die für ca. 7,5 % der gesamten weltweiten Endenergienachfrage und für ungefähr 27 % der Energienachfrage der Industrie verantwortlich sind. Längerfristig können durch BAT und innovative Technologien 75 % der heutigen weltweiten Emissionen der Branche eingespart werden. Umgekehrt bedeuten die steigenden Anforderungen an die Effizienz von Eisen/Stahl- Prozessen sowohl Herausforderung als auch Chance für die Wirtschaft. Die Entwicklung von Effizienz- und Klimatechnologien wird national aber im größeren Maße auch global an Bedeutung gewinnen. In China wurden für 27 energieintensive Branchen Mindeststandards für Energieeffizienz eingeführt, u.a. auch für die Stahlindustrie. Indien führt ein Energieeinsparsystem für energieintensive Industrien ein, das dem Emissionshandel sehr ähnlich ist (PAT Ansatz: perform, achieve, trade). Beim Neubau von Integrierten Hüttenwerken und Stahlwerken in Schwellen- und Entwicklungsländern, aber auch beim Bau von Anlagen zur Herstellung von recycliertem Stahl wird folglich zunehmend auf Energie- und Rohstoffeffizienz geachtet werden. Hier kann Deutschland seine aktuell starke Position im Maschinen- und Anlagenbau halten bzw. stärken und hier liegen vor allem die Chancen von Deutschland, seine Position über effiziente Eisen-/Stahl-Technologien auszubauen. Im internationalen Leistungsvergleich bezieht Deutschland eine sehr gute Position: Die Bundesrepublik hat einen überproportional hohen Anteil an transnationalen Patenten im Bereich Eisen/Stahl und damit eine hohe Innovationskraft. Gleichzeitig ist Deutschland ein wichtiger Exporteur von effizienten Anlagen für die Stahlherstellung. Bei den Rahmenbedingungen des Innovationssystems ist vor allem der EU Emissionshandel relevant. Mögliche Handlungsempfehlungen konzentrieren sich auf die Verstärkung der Innovationswirkungen des EU ETS und der Forschungsförderung besonders im Eisen-/Stahlsektor unter weiterer Bündelung der relevanten Akteure. Dies könnte noch unentwickelten Technologien wie z.b. das ULCOS-Projekt in Europa und weltweit zum Durchbruch verhelfen.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-569323.html