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Emissionsanforderungen an mit Spanplattenresten betriebene Feuerungsanlagen und Möglichkeiten der Einhaltung

Ground level concentration requirements for furnaces burning particle board cuttings and possibilities for meeting these requirements. Emissionen von mit Holzwerkstoffresten betriebenen Feuerungsanlagen
 
: Marutzky, R.; Schriever, E.; Strecker, M.

MOBIL Oil AG, Hamburg:
Symposium für die Spanplattenindustrie 1988. Teil I : 10. Juni 1988 in Bad Kreuznach
Hamburg, 1988
13 S., 4 Bl.
Symposium für die Spanplattenindustrie <1988, Bad Kreuznach>
BMFT
Deutsch
Konferenzbeitrag
Fraunhofer WKI ()
Emission; Holz; Holzwerkstoff; Kunststoff; Umweltbelastung; Verbrennung

Abstract
Die Verbrennung von Holz und Holzwerkstoffen ist relativ problematisch. Zum einen ist Holz als gasreicher Brennstooff grundsätzlich schwierig vollständig zu verbrennen. Zum anderen ist das naturbelassene, reine Holz im handwerklichen und industriellen Bereich eher die Ausnahme. Viele Holzreststoffe enthalten erhebliche Mengen an Kunststoffen. Hinzu kommen Brennstoffbelastungen durch Holzschutzmittel, Brandschutzmittel, Anstrichstoffe u. a, holzfremde Bestandteile. Aus diesen Gründen wird es verständlich, daß die Emissionen von mit Holzreststoffen betriebenen Feuerungsanlagen vom Gesetzgeber heute schärfer eingestuft werden als in der Vergangenheit. Bei der Herstellung sowie der Be- und Verarbeitung von Spanplaten fallen Reststoffe in Form von Stäben, Spänen und Verschnittstücken zwangsläufig an. Die zumeist einzig sinnvolle Lösung zur Entsorgung dieser Reststoffe ist - außer einem begrenzten Recycling - die energetische Nutzung. Eine wesentliche Aufgabe moderner Feuerungstechnik ist es, die anfallenden, mit Kunststoffen belasteten Spanplattenreste möglichst umweltfreundliche zu verbrennen. Ausgehend von den gesetzlichen Emissionsanforderungen an mit Spanplattenresten betriebenen Feuerungsanlagen werden das Brennverhalten der verschiedenen Spanplattentypen und die dabei auftretenden Emissionen kurz dargestellt. Verglichen mit reinem Holz treten bei der Verbrennung von Spanplatten folgende typische Eigenheiten auf: 1. Die mit Harnstoff-Formaldehydleimharzen (UF-Harze) gebundenen Holzwerkstoffe verbrennen unter gleichen Brennbedingungen gleich gut oder etwas besser. Lediglich die Stickoxidemissionen sind bei der Verbrennung dieser Holzwerkstoffe deutlich höher als beim Holz, im Mittel doppelt bis vierfach so hoch. 2. Mit Diisocyanaten verleimte Spanplatten haben ein erkennbar ungünstigeres Brennverhalten als Holz oder UF-Spanplatten. 3. Als verbrennungstechnisch noch ungünstiger einzustufen sind Spanplatten und andere Holzwerkstoffe dann, wenn sie alkalisch ausgehörtete Phenol-Formaldehydleimharze (PF-Harze) enthalten. Auf die Ursachen für die Unterschiede im Brennverhalten wird eingegangen. Weitere Darlegungen betreffen die Verbrennung von beschichteten Spanplatten. Vorgestellt werden Untersuchungen zur Emissionssituation bei industriellen Feuerungen in der Spanplatten- und Möbelindustrie. Dabei werden die Emissionen an gas- und dampfförmigen Halogenverbindungen aus aktuellem Anlaß besonders eingehend behandelt. Abschließend wird auf die Möglichkeit zur Minderung der Emissionen und zur Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen eingegangen. Behandelt wreden die Minderungsverffahren für Feststoffe, Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Halogenverbindungen. Dabei wird herausgestellt, daß die stoffliche Zusammensetzung der Spanplatte nur für einen Teil der bekannten Emissionsprobleme ursächlich [ist]. Erhöhte Emissionen sind häufig vermeidbar auch durch Abstimmung von Anlage und Brennstoff, durch Einsatz technisch ausgereifter Anlagenkonstruktionen und durch Optimierung der Betriebsbedingungen.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-552023.html