Fraunhofer-Gesellschaft

Publica

Hier finden Sie wissenschaftliche Publikationen aus den Fraunhofer-Instituten.

Stillprobleme und mögliche Gründe für ein vorzeitiges Abstillen während der ersten zwei Monate nach der Geburt - die SuSe II Studie

 
: Zahn, Johanna; Burak, Constanze; Thinnes, Merlin; Rudolf, Henrik; Burmann, Anja; Meister, Sven; Lücke, Thomas; Kersting, Mathilde

:
Volltext (PDF; )

Deutsche Gesellschaft für Ernährung -DGE-, Bonn:
Lebensjahre in Gesundheit - was leistet die Ernährung? : Abstractband zum 56. Wissenschaftlichen Kongress, 19.-21. März 2019, Gießen
Bonn: DGE, 2019
ISBN: 978-3-88749-260-1
S.89
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Wissenschaftlicher Kongress) <56, 2019, Gießen>
Deutsch
Abstract, Elektronische Publikation
Fraunhofer ISST ()

Abstract
Hintergrund: Muttermilch ist die natürlichste und beste Nahrung für einen Säugling. Von der World Health Organisation (WHO) wird empfohlen sechs Monate ausschließlich zu stillen. Die Erfassung der Gründe für ein vorzeitiges Abstillen ist von großer Bedeutung für das Erreichen hoher Stillquoten.
Methoden: In der Studie „Stillen und Säuglingsernährung – SuSe II“– wurden bundesweit 995 Mütter zwei Wochen sowie zwei Monate nach der Geburt mit einem Online-Fragebogen zu ihrem Stillverhalten befragt. Soziodemografische Daten der Mütter, wie z. B. Schul- und Berufsausbildung, wurden ebenso erfragt.
Ergebnisse: Die initiale Stillquote betrug 95,6 %. 49,7 % der Mütter klagten innerhalb der ersten zwei Wochen über Stillprobleme, davon 30,3 % wegen wunder Brustwarzen und weitere 22,5 % aufgrund von ungenügendem Saugen oder Müdigkeit des Säuglings. 3,3 % der Mütter gaben an, dass sie nicht versucht haben zu stillen. Gründe dafür waren unter anderem gesundheitliche Probleme der Mütter (36,4 %) und Stillprobleme bei einem früheren Kind (24,2 %). Rund die Hälfte der Mütter nannte häuslichen Stress (18,2 %), Zeitmangel (12,1 %) oder die erwartete Anstrengung (15,1 %) als Grund. Unter den Frauen, die nicht versucht haben zu stillen, hatten 33,3 % Abitur, 30,3% einen Realschul- und 27,3 % einen Hauptschulabschluss. Von den 951 Müttern, die versucht haben zu stillen und eine Angabe zu ihrem Schulabschluss gemacht haben, sieht die Verteilung anders aus. 65,2 % haben Abitur, 26,3 % haben einen Realschul- und 5,5 % einen Hauptschulabschluss. Zwei Monate nach der Geburt haben 7,89 % abgestillt.
Schlussfolgerung: Stillprobleme können, auch wenn sie nicht zum vorzeitigen Abstillen führen, eine psychische und körperliche Belastung für die Mutter und das Kind sein. Dass etwa die Hälfte der primär stillenden Mütter während der ersten zwei Wochen nach Geburt Stillprobleme ent wickelt, deutet darauf hin, dass die bisherige Unterstützung der Mütter in der postpartalen Phase offenbar nicht ausreicht.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-546181.html