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Welche Zahlungsbereitschaften haben Patienten für Telemedizinlösungen? Eine empirische Analyse am Beispiel einer Plattform für multimorbide Patienten

Willingness to pay for telemedicine solutions: An empirical analysis using the example of a platform for multimorbid patients
 
: Radic, Marija; Haugk, Sebastian; Radic, Dubravko

:

Gesundheitsökonomie & Qualitätsmanagement (2018), Online First
ISSN: 1432-2625
ISSN: 1439-4049
Deutsch
Zeitschriftenaufsatz
Fraunhofer IMW ()
Telemedizin; Telemonitoring; Multimorbidität; demographischer Wandel; Zahlungsbereitschaft

Abstract
Im Zuge des demographischen Wandels steigt die Anzahl älterer Menschen mit mehreren chronischen Erkrankungen. Telemonitoring-Systeme können einen Beitrag dazu leisten, die damit einhergehenden Probleme in der Versorgung zu adressieren. Aufgrund des steigenden Bedarfes für derartige Systeme stellt sich die Frage nach der Finanzierung immer akuter. Die Zahlungsbereitschaft von Patienten und pflegenden Angehörigen wird immer häufiger als ein zentraler Faktor für die Marktdurchdringung von Telemedizinlösungen diskutiert. Zielsetzung Das Ziel der vorliegenden Studie ist es, die Präferenzen der Patienten und pflegenden Angehörigen mit Blick auf verschiedene Eigenschaften der Produkt-Dienstleistungs-Lösung sowie mögliche Zahlungsbereitschaften zu ermitteln. Methodik Im Rahmen eines Telemedizin-Projektes wurde eine Choice-Based Conjoint-Analyse durchgeführt. Insgesamt wurden 140 potenzielle Nutzer und ihre Angehörigen im Rahmen persönlicher Interviews befragt. Ergebnisse Die Ergebnisse zeigen, dass der Preis, die Erreichbarkeit des Care Coordination Centers und der Umfang des telemedizinischen Versorgungsprogrammes die relativ wichtigsten Merkmale sind. Der umsatzmaximierende Preis für die aus Konsumentensicht präferierte Telemedizinlösung liegt bei 60 Euro monatlich. Schlussfolgerung Für Deutschland existieren kaum Studien zur Zahlungsbereitschaft von Patienten für Telemedizinlösungen. Insofern leistet diese Studie einen wichtigen Beitrag zur Diskussion. Darüber hinaus wird mit der Choice-Based Conjoint-Analyse eine Methode verwendet, welche Kaufentscheidungen realistischer abbildet als bisherige Studien.

 

In the course of demographic change, the number of elderly people with multiple chronic diseases is increasing. Innovative telemonitoring systems can contribute to addressing the associated problems in medical care. Due to the increasing demand for such systems, the question of financing is becoming ever more acute. The willingness of patients and caregivers to pay will be a key factor for the market penetration of telemedicine solutions. Aim The goal of our study is to identify the preferences of patients and caregivers with regard to the various characteristics of the product-service solution and possible willingness to pay. Method As part of a telemedicine project a Choice-Based Conjoint Analysis (CBCA) was carried out. In total 140 potential patients and their caregivers were interviewed during personal interviews. Results The price, the accessibility of the care coordination center and the extent of the telemedicine care program are the relatively most important features. The optimal price for the configuration preferred by the patients is about 60 euros per month. Conclusion For Germany, there are hardly any studies on the willingness to pay of patients for telemedicine solutions. In this respect, this study makes an important contribution to the discussion. In addition, the study uses a choice-based conjoint analysis that more realistically reflects purchasing decisions than previous studies.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-520000.html