Fraunhofer-Gesellschaft

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Zukunftsgestaltung als kollaborativer Prozess

Designbasierte Zukunftsszenarien als Strategietool in komplexen Ökosystemen
Foresight as collaborative process. Design-based scenarios as strategy tool in complex ecosystems
 
: Kaiser, Simone; Glatte, Hannah; Bitter, Fabian; Heidingsfelder, Marie

Gausemeier, Jürgen (Hrsg.); Bauer, Wilhelm (Hrsg.); Dumitrescu, Roman (Hrsg.) ; Univ. Paderborn; Heinz-Nixdorf-Institut -HNI-, Paderborn:
Vorausschau und Technologieplanung : 14. Symposium für Vorausschau und Technologieplanung, 8. und 9. November 2018, Berlin
Paderborn: Universität Paderborn, Heinz Nixdorf Institut, 2018 (HNI-Verlagsschriftenreihe 385)
ISBN: 978-3-947647-04-0
S.227-244
Symposium für Vorausschau und Technologieplanung <14, 2018, Berlin>
Deutsch
Konferenzbeitrag
Fraunhofer IAO ()

Abstract
Innovationssysteme moderner Wissensgesellschaften sind durch komplexe Dynamiken im Zusammenspiel vielfältiger Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft geprägt – iterativ, dynamisch und kollaborativ sind die Attribute aktueller Innovationsprozesse. Dies erhöht die Anforderungen an die Zukunftsforschung. Es steigt die Relevanz gestaltungsorientierter Foresight-Ansätze, in denen es nicht nur darum geht, mögliche oder wahrscheinliche Entwicklung zu kennen, sondern vielmehr darum, wünschbare Zukünfte zu gestalten. Am Beispiel eines aktuellen Szenarioprozesses für ein kommunales Unternehmen der Stadtreinigung und Abfallwirtschaft stellt dieser Beitrag einen solchen gestaltungsorientierten Foresight-Ansatz vor. Dabei wurde der Szenarioprozess als Strategietool genutzt: Dem Auftraggeber ging es zunächst darum, den Möglichkeitsraum „Stadt 2030+“ hinsichtlich neuer Aufgaben und Geschäftsmodelle möglichst breit aufzuspannen, um auf dieser Grundlage langfristige strategische Handlungsfelder sowie eine entsprechende Technologie- und Kommunikationsstrategie abzuleiten. Im Mittelpunkt steht ein kollaboratives Vorgehensmodell, das klassische Ingenieur- und sozial-wissenschaftliche Elemente mit der gestalterischen Perspektive der Design-Forschung verbindet: (1) In einem Gesellschafts-Foresight werden zunächst Vordenker/innen der Stadtgesellschaft dazu befähigt, ihre Sichtweisen zu verbinden und so mögliche, wahrscheinliche und wünschbare Entwicklungen zu explorieren. (2) Ein Technologie-Foresight nimmt parallel die relevanten technologischen Entwicklungen, Innovationen und Akteure in den Blick. (3) Gesellschafts- und Technologie-Foresight werden schließlich in einem dritten Schritt gemeinsam mit Designer/innen zu gestaltungsorientierten Zukunftsszenarien verbunden. Anhand dieses Szenarioprozesses stellt der Beitrag den Ansatz und Methoden gestaltungsorientierter Zukunftsszenarien dar und zeigt dessen Potenziale als Strategietool.

 

The innovation systems in modern knowledge societies are increasingly characterised by complex dynamics in the interaction of diverse actors from the public, private, and academic sector, as well as from civil society. Contemporary innovation processes are iterative, dynamic, and collaborative, which makes futures studies more demanding. Design-oriented foresight approaches gain relevance as the focus shifts from identifying possible or probable developments to actively shaping desirable developments. Based on a current scenario process for a communal waste management organization, this paper illustrates such a new design-based foresight approach. As a strategic tool, the client sought to map a broad range of possible scenarios for “City 2030+” in terms of new tasks and business models to derive long-term strategic fields of action and the respective technology and communication strategy. At the center is a collaborative process model that utilizes design-based future scenarios to combine traditional scenario development and technology foresight methods from engineering and the social sciences with perspectives from design research in a novel approach: (1) Through society foresight, visionaries from the community learn to blend their perspectives to identify possible, probable, and desirable developments in co-creative workshops. (2) In parallel, technology foresight is employed to account for relevant technological developments, innovations, and actors. (3) In a final third step, designers combine society and technology foresight in designbased future scenarios.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-519637.html