Fraunhofer-Gesellschaft

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Ökobilanzierung von Lebensende‐Optionen

Szenarien im bauphysikalischen Kontext am Beispiel segmentierter Holzschalenkonstruktionen
 
: Horn, Rafael; Groenewolt, Abel; Krieg, Oliver David; Gantner, Johannes

:

Bauphysik 40 (2018), Nr.5, S.298-306
ISSN: 0171-5445
ISSN: 1437-0980 (Online)
Deutsch
Zeitschriftenaufsatz
Fraunhofer IBP ()

Abstract
Die Betrachtung temporärer, modularer Bauwerke aus biobasierten Rohstoffen wie Holz stellt bisher für die Ökobilanzierung eine methodische Herausforderung dar. Durch die Integration probabilistischer und dynamischer Elemente konnte eine Methode entwickelt werden, die belastbare Ökobilanzergebnisse unter Berücksichtigung unsicherer Lebensende‐Szenarien und verknüpfter Lebenszyklen ermöglicht. Die Methode wurde am Fallbeispiel einer temporären Leichtbauschalenkonstruktion auf Basis eines modularen Holzbausystems angewendet. Zur Analyse der potenziellen Umweltwirkungen wurde hier beispielhaft das Treibhauspotenzial (GWP – Global Warning Potential) im Rahmen einer Monte‐Carlo‐Analyse unter Berücksichtigung der Unsicherheiten zukünftiger Nutzung untersucht. Dabei ergeben sich klare Vorteile bei einer hohen Anzahl an Umnutzungen gegenüber einer entsprechend hohen Zahl an Neubauten. Darüber hinaus kann gezeigt werden, dass die potenziellen Umweltwirkungen der Konstruktion mit einer Wahrscheinlichkeit von 87 % kleiner als 0,8 kg CO 2‐Äquivalente je m2 Nettogrundfläche und Jahr liegen.

 

The consideration of temporary, modular buildings based on biobased materials such as wood has so far posed a methodological challenge for life cycle assessment. Based on the integration of probabilistic and dynamic elements, a method could be developed that enables reliable life cycle assessment results taking into account uncertain end‐of‐life scenarios and linked lifecycles. The method was applied to the case study of a temporary lightweight shell construction based on a modular timber construction system. The potential environmental impacts were analyzed using the example of GWP as part of a Monte Carlo analysis taking into account the uncertainties of future use. There are clear advantages with a high number of conversions compared to a correspondingly high number of new buildings. Furthermore, it could be shown that the potential environmental impacts of the construction are less than 0.8 kg CO2‐equivalents per m2 net floor area and year with a probability of 87 %.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-515904.html