Fraunhofer-Gesellschaft

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Der Problemfall in der Kindergruppe - Exklusion- und Inklusionsprozesse am Übergang von Kindergarten zum Klassenzimmer

 
: Otto, Ariane

Mays, Daniel; Franke, Sebastian; Diezemann, Eckart; Kißgen, Rüdiger:
Netzwerk Transition. Inklusion in Übergangsphasen bei Störungen des Sozialverhaltens : Beitragsdokumentation zur Tagung am 11. und 12. September 2015 an der Universität Siegen
Siegen: universi - Universitätsverlag Siegen, 2016
ISBN: 978-3-936533-70-5
ISBN: 3-936533-70-9
S.41-52
Tagung Netzwerk Transition <2015, Siegen>
Deutsch
Konferenzbeitrag
Fraunhofer IMW ()

Abstract
Positive Peerkultur ist ein pädagogischer Arbeitsansatz, der insbesondere im schulischen Kontext breite Anwendung findet. Er verfolgt das vorrangige Ziel, in pädagogisch gerahmten Gesprächskreisen Jugendlichen Raum zu geben, um für sie lebensrelevante Themen und Anliegen zu besprechen. Im vorliegenden Beitrag werden die empirischen Ergebnisse einer qualitativen Studie zum Arbeitsansatz vorgestellt. Der Fokus liegt dabei auf den Fragen, wie Positive Peerkultur im Schulalltag initiiert und umgesetzt wird und welche Formen von Peergemeinschaften dabei entstehen. Der Beitrag schließt mit einer kritischen Reflexion in Form einer theoretischen Einordnung der Ergebnisse und Impulsen für die Praxis Positiver Peerkultur. Im Bereich der Schul- und Jugendforschung werden Prozesse der Kohärenzbildung und der Distinktion von Jugendlichen aus verschiedenen exklusiven gymnasialen Bildungsmilieus kaum analysiert. Der Beitrag richtet den Blick genau auf solche Mechanismen von Jugendlichen und deren Peergroups an einer Eliteschule des Sports und einer Internationalen Schule. Dabei werden im Rahmen von Falldarstellungen sowohl individuelle als auch kollektive Orientierungen dargelegt, in denen sich zum einen bei den Schülerinnen und Schülern der Eliteschule des Sports eine innerschulische Distinktion gegenüber denjenigen dokumentiert, die ihrem sportlichen Schwerpunkt nicht mit sportlichen Höchstleistungsbestrebungen gegenübertreten. Zum anderen zeigen sich bei den Jugendlichen der Internationalen Schule sowohl nach innen gerichtete Abgrenzungslinien gegenüber den reichen faulen Schülerinnen und Schülern als auch eine einheitlich nach außen gerichtete Distinktion gegenüber dem Label der Bonzenschule. Darüber hinaus werden Rückschlüsse zum bisher bestehenden desideraten Forschungsstand gezogen sowie in einer zusammenfassenden Betrachtung kontrastierende Linien von Distinktions- und Kohärenzprozessen von Jugendlichen und deren Peers in unterschiedlichen exklusiven gymnasialen Bildungsmilieus aufgezeigt.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-512535.html