Fraunhofer-Gesellschaft

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Methodik zur Konzeptfindung basierend auf technischen Kompetenzen

 
: Spielberg, Daniel Ewald

Aachen: Shaker Verlag, 2002, 218 S.
Zugl.: Aachen, TH, Diss., 2001
Berichte aus der Produktionstechnik, 2002, 15
ISBN: 978-3-8322-0569-0
ISBN: 3-8322-0569-1
Deutsch
Dissertation
Fraunhofer IPT ()
Innovationsmanagement; Konstruktion; TRIZ; Problemlösung; Wissensmanagement

Abstract
Das Wachstumspotenzial eines Unternehmens wird zunehmend davon bestimmt, wie gut der Produktinnovationsprozess beherrscht wird. Erfolgreiche Produktinnovationen basieren zu einem großen Anteil auf bereits im Unternehmen vorhandenen technischen Kompetenzen, die vor dem Hintergrund einer neuen Anwendung weiterentwickelt werden. Die entscheidende, frühe Phase der technischen Konzeptfindung wird jedoch in der Praxis zumeist intuitiv bearbeitet. Kritisch im Sinne eines Wissensmanagement ist dies, wenn die Entwickler einzelner Unternehmensbereiche nicht allen vorhandenen technischen Kompetenzen des Unternehmens vertraut sind. Mit den Ergebnissen der Arbeit kann die Konzeptfindung im Produktinnovationsprozess schon während der technischen Problemlösung systematisch durch die methodische Bereitstellung der technischen Kompetenzen eines Unternehmens unterstützt werden. Eine Analyse besteher Ansätze zeigt, dass bisher eine klare Trennung zwischen dem strategischen Anspruch der Kompetenzorientierung und der methodischen Unterstützung technischer Problemlösungsprozesse bestand. In der vorgestellten Methodik wird die auf Wiederverwendung ausgerichtete Modellierung technischer Kompetenzen mit einem systematischen Vorgehen zur Problemlösung kombiniert. Es besteht somit eine Anleitung zur Entwicklung einer unternehmensspezifischen Problemlösungsmethodik. Die Entwicklung einer entsprechenden Methodik steht im Mittelpunkt der Arbeit. Aus dem Vergleich von theoretischen Ansätzen und Defiziten der Praxis wird eine Modellstruktur entwickelt: Im Analogiemodell werden explizite technische Kompetenzen abgebildet. Das dafür entwickelte Verfahren erlaubt mit Hilfe dimensionsloser Kennzahlen eine analytische Grobbewertung, ob eine vorhandene Prinziplösung durch Variation in einer neuen Anwendung eingesetzt werden kann. Das Transfermodell hat den Zweck, die impliziten technischen Kompetenzen abzubilden. Sein Ansatz basiert auf der TRIZ-Methodik, mit der Problemlösungs-Erfahrung auch auf einen völlig anderen Anwendungszusammenhang übertragen werden kann. Die Vorgehensweise zur Nutzung dieser Wissensmodelle wird in Form eines Problemlösungszyklus vorgestellt und um einige speziell entwickelte methodische Werkzeuge vervollständigt. Die praktische Validierung der Methodik wird in unterschiedlichen Anwendungszusammenhängen erläutert. Die aufgezeigte Praxistaublichkeit des Ansatzes unterstreicht die prinzipielle Eignung des kompetenzorientierten Ansatzes, Innovationen hervorzubringen. Die systematische Neukombination technischer Kompetenzen über die Grenzen bisheriger Anwendungen hinweg führt zur Entwicklung neuer Prinziplösungen, zur Weiterentwicklung der Kompetenzen und zur Effektivitäts- und Effizienzsteigerung im Produktinnovationsprozess.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-490256.html