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Umschlaufte Sparren eindimensional berechnen

Meist bleibt die separate Betrachtung von Gefach und Sparren auf der sicheren Seite
 
: Stöckl, Beate; Zirkelbach, Daniel

Nusser, Bernd (Hrsg.) ; Holzforschung Austria, Wien:
Bauphysik Forum 2017 : Bad Ischl, 27.-28.04.2017
Wien: Holzforschung Austria, 2017
ISBN: 978-3-9504055-6-9
S.84-92
Bauphysik Forum <4, 2017, Bad Ischl>
Deutsch
Konferenzbeitrag
Fraunhofer IBP ()

Abstract
Alte Dächer haben oft gar keine oder nur dünne Dämmschichten zwischen den Sparren. Auf der Raumseite sind sie oft beplankt oder verputzt, so dass eine Öffnung des Dachs von innen mit großem Aufwand und Einschränkungen bezüglich der Nutzung verbunden ist. Wird eine Erneuerung der Ziegeleindeckung erforderlich, bietet sich daher eine Sanierung eines solchen Daches von außen an. Dabei wird neben den Ziegeln auch die Unterdeckung entfernt und eine Dämmung zwischen den Sparren eingebaut. Da im alten Dach meist weder eine Dampfbremse noch eine Luftdichtheitsebene vorhanden sind, wird zusätzlich der Einbau einer Dampfbremsbahn erforderlich. Die einfachste Möglichkeit, diese von außen zu verlegen, ist die Umschlaufung der Sparren. Dabei wird die Folie von außen um die freigelegten Sparren geführt und mit Anpressleisten seitlich am Sparren befestigt. Damit können Luftdichtheit und dampfbremsende Wirkung im Gefachbereich weitgehend sichergestellt werden, wobei auf eine besonders sorgfältige Ausführung zu achten ist. Beim Sparren liegt die Dampfbremse allerdings bauphysikalisch falsch auf der kalten Außenseite. Bei normalen Dächern ist die Bemessung des Gefachs mit einer eindimensionalen Berechnung ausreichend, da dort aufgrund des maximalen Temperaturgefälles und des geringen Diffusionswiderstands die kritischsten Verhältnisse auftreten. Im Grenzbereich zwischen Dämmung und Sparren sind aufgrund der Wärmebrückenwirkung und der Feuchtepufferkapazität des Sparrens im Winter tendenziell niedrigere Feuchten zu erwarten als in der Mitte des Gefachs. Dies gilt bei der schlaufenförmigen Verlegung von Dampfbremsen nicht so eindeutig. Da außerdem der Sparren durch die Verlegung der Dampfbremse mit Anpressleisten nicht nur außen, sondern auch seitlich diffusionshemmend abgeschlossen ist und eingedrungene Feuchte nur sehr eingeschränkt wieder austrocknen kann, ist eine zweidimensionale Simulation die adäquate Bemessungsmethode. Diese ist aber sowohl bezüglich der Eingabe als auch bezüglich der Berechnungszeit deutlich aufwändiger als die eindimensionale Berechnung. Im vorliegenden Beitrag wird daher überprüft, ob und unter welchen Voraussetzungen eine eindimensionale Beurteilung dieser Bauweise möglich ist. Dazu werden die ein- und zweidimensional für typische Dachkonstruktionen ermittelten Feuchteverhältnisse miteinander verglichen und analysiert, in welchen Fällen die eindimensionale Betrachtung auf der sicheren Seite bleibt.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-481532.html