Fraunhofer-Gesellschaft

Publica

Hier finden Sie wissenschaftliche Publikationen aus den Fraunhofer-Instituten.

Verfahren für das Technologie-Roadmapping zur Unterstützung des strategischen Technologiemanagements

Technology roadmapping method to support strategic technology management
 
: Abele, T.

:
Volltext urn:nbn:de:bsz:93-opus-28358 (2.0 MByte PDF)
MD5 Fingerprint: 0d667687154c8ff38196fba95073355f
Erstellt am: 05.10.2006


Heimsheim: Jost-Jetter Verlag, 2006, 188 S.
Zugl.: Stuttgart, Univ., Diss., 2006
IPA-IAO Forschung und Praxis, 441
ISBN: 3-936947-94-5
Deutsch
Dissertation, Elektronische Publikation
Fraunhofer IPA ()
Unternehmensführung; Trend (Entwicklung); Zusammenarbeit; Technologiemanagement; Kooperation; St.Galler-Managementkonzept; KMU (Kleine und mittlere Unternehmen); Small and Medium Sized Enterprises (SME); strategisches Technologiemanagement; Technologie-Roadmap

Abstract
Technologien werden eine wesentliche Bedeutung bzgl. der wirtschaftlichen Entwicklung zugemessen. Gerade für Länder mit hohen Lohnkosten ergibt sich eine besondere Bedeutung von Spitzentechnologien.
Diese gesamtwirtschaftliche Betrachtung setzt sich auf der Unternehmensebene fort. Nur diejenigen Unternehmen werden erfolgreich sein, welche neue Technologien/Innovationen am schnellsten umsetzen und konsequent Positionen am Markt besetzen. Technologische Innovationen bieten die Möglichkeit, neue Produkt-Markt-Felder zu eröffnen. Der Aufbau und das Halten erfolgreicher Wettbewerbspositionen ist damit maßgeblich eine Frage des Potentials an verfügbaren Technologien und deren Einsatz.
Um Unternehmen im dynamischen Umfeld wirtschaftlichen Erfolg zu ermöglichen, muss das Management daher um Kompetenzen im Technologiebereich ergänzt werden, Das damit angesprochene Technologiemanagement gilt es, durch "intelligente" Methoden zu unterstützen.
Der Einsatz der Technologie-Roadmap-Methode in Industrieprojekten wies auf eine allenfalls begrenzte durchgängige methodische Unterstützung des strategischen Technologiemanagements hin. Als ein Beispiel für die daraus resultierenden, möglichen Effizienzprobleme lässt sich die Gefahr einer fehlerhaften technologischen Ausrichtung aufgrund einer unzureichende Berücksichtigung von Informationen in Entscheidungsprozessen nennen.
Aus unterschiedlichen Gründen kooperieren mehr als 50 % der Unternehmen im Bereich FuE. Studien, nachdem nur 40-60 % der Unternehmen ihre Ziele mittels Kooperationen erreichen, sind ein Indikator für die besonderen Herausforderungen von Kooperationen. Unternehmen, welche im Technologiebereich kooperieren, riskieren dabei ihre Kernkompetenzen bzw. Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.
Auf diesen Überlegungen aufbauend ließ sich das Ziel der Arbeit mit der Entwicklung eines kooperationsfähigen Verfahrens zur Unterstützung des strategischen Technologiemanagements definieren. Dies sollte auf Basis eines weiterentwickelten Technologie-Roadmap-Ansatzes erfolgen, welcher je nach den zu identifizierenden Anforderungen mit geeigneten Methoden ergänzt werden sollte.
Zunächst wurden die Anforderungen aus dem strategischen Technologiemanagement sowie dem Management von Kooperationen analysiert. Mit Hilfe der identifizierten Anforderungen konnte anschließend die Auswahl der Methodenbausteine durchgeführt werden. Es wurden diejenigen Methoden ausgewählt, welche gemeinsam einen möglichst guten Überdeckungsgrad der Anforderungen erreichten. Im Anschluss fand eine detaillierte Beschreibung der Methoden sowie die Ableitung des notwendigen Weiterentwicklungsbedarfs statt.
Die Konzeption des Lösungsansatzes lässt sich anhand folgender Punkte zusammenfassen:
1.) Methodenintegration Technologie-Portfolio und Technologie-Roadmap
Den Einstieg in das integrative Verfahren bildet die Technologie-Portfolio-Methode. Mit ihrer Hilfe werden wesentliche Aspekte der Phasen Früherkennung und strategischen Analyse mit den Aufgaben Identifizierung und Evaluierung von Technologietendenzen sowie der unternehmensbezogenen Bewertung von Stärken und Schwächen in den Technologiefeldern abgedeckt.
In ihrem Ablauf werden auf der Basis der systematischen Analyse von Informationen bzgl. von im Unternehmen verwendeten Technologien sowie Substitutionstechnologien im Rahmen von Normstrategien insbesondere Aussagen hinsichtlich der Entscheidungsfragen des Technologiemanagements generiert.
2.) Methodenweiterentwicklung der Technologie-Roadmap
Vor dem Hintergrund der identifizierten Anforderungen des angestrebten Verfahrens wurden folgende Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung identifiziert:
§ Unterstützung in den Phasen Programmplanung und -evaluierung bis hin zur strategischen Kontrolle
§ Konzeption für den kontinuierlichen Einsatz
§ Ausbau zum kooperationsfähigen Verfahren
Durch die Ausdehnung in Richtung der Technologiemanagement-Phasen Programmplanung und -evaluierung bis hin zur strategischen Kontrolle wurde der Charakter des Technologiekalenders von einem "strategisches Planungsinstrument" zu einem die Funktionen Planung, Steuerung und Kontrolle abbildenden Managementinstrument gewandelt.
Während bisher im Technologiekalender Produkt- und Produktionstechnologien mittels ihrer Eintrittszeitpunkte visualisiert und mit dem geplanten Produktprogramm verknüpft wurden, lässt sich zusammenfassend als zentrales Ziel des nunmehr erweiterten Technologie-Roadmap-Ansatzes das kontinuierliche Management aller Aktivitäten aus Sicht eines Unternehmens definieren, welche notwendig sind, um Technologien für zukünftige Produkte vorzubereiten.
3.) Methodenadaption Projektreifegradmethode sowie Methodenintegration Projektreifegradmethode und Technologie-Roadmap
Die Projektreifegradmethode als Methode zum "Multi-Projekt-Management" wird zur "laufenden Überprüfung der Strategieimplementierung" im Rahmen der strategischen Kontrolle sowie als Bindeglied zum operativen Technologiemanagement in die Technologie-Roadmap eingebunden. Wie bereits dargestellt, ergeben sich aus dem Management von Kooperationen spezifische Herausforderungen. Die Projektreifegradmethode konnte unter Nutzung seiner besonderen Flexibilität bzgl. dieser Anforderungen adaptiert werden.
Als zielführend für eine Methodenintegration wurde die Funktionsintegration mittels Prozessmodell sowie die Datenintegration auf Basis eines Datenmodells mit konsistenten Klassifizierungen und Benennungen hergeleitet. Die Modellierung selbst erfolgte mit Hilfe der objektorientierten Modellierungssprache "Unified Modelling Language".
Ergebnis der Arbeit ist schließlich ein detailliert ausgearbeitetes Verfahren, welches im Sinne eines Referenzprozesses die wesentlichen Anforderungen des kooperationsfähigen, strategischen Technologiemanagements erfüllt und von dem bereits wichtige Elemente in der Praxis erprobt wurden.

 

Technologies are considered of vital importance to the economic development. Especially for countries with high labour costs, such as Germany, there is a special importance attached to advanced technologies.
This macroeconomic perspective can also be applied at company level. Only those companies will succeed that are the first to implement technologies and innovations and occupy market positions consistently. Technological innovations offer the opportunity to open up new product and market fields. Building and sustaining a successful competitive position is thus a question of opportunities in terms of available technologies and how they are put to proper use.
In order to be successful in a dynamic environment, management must therefore be complemented by competencies in the field of technology. Technology management itself can be characterized as an integrated process of planning, forming, optimising, using and evaluating technological products and processes, supported by "intelligent" methods and procedures.
However, the implementation of the promising Technology Roadmap method in industrial companies has shown that the methodical support for strategic technology management is by no means continuous but limited at best. Efficiency problems that might result can be exemplified by an inadequate technological alignment caused by insufficient consideration of laboriously generated information.
For different reasons, e.g. risk sharing, more than 50% of companies decide to collaborate in the field of R&D. Studies, according to which only 40-60 % of companies reach their goals in cooperation projects, reveal the specific challenges of cooperation. Companies cooperating in technological areas risk losing their core competencies and finally their competitiveness.
With these considerations in mind, the objective of this work can be defined as the development of a method to support the strategic technology management in consideration of the specific requirements of cooperation. The method should be based on an improved Technology Roadmap approach complemented by appropriate methods in order to fulfil the identified requirements.
The first step was to analyze in detail the requirements of strategic management and the management of collaborations. Important topics were, for example, the relative design of the phases, the decision-making questions of technology management and the specific characteristics of a collaboration project.
In the end, it was possible to choose those basic methods with a high 'overlap rate' in terms of identified requirements. Subsequently, further development needs were derived and described in detail. This revealed the necessity to adapt the multi-project management method 'Projektreifegradmethode', to further develop the Technology Roadmap and to integrate both methods with the Technology Portfolio approach.
The developed solution can be summarized into the following points:
1.) Integration of Technology Portfolio and Technology Roadmap
The Technology Portfolio method paves the way to an integrated solution. The Technology Portfolio can cover important aspects of the 'early detection' and 'strategic analysis' phases, e.g. identifying and evaluating technological trends as well as the appraisal of strengths and weaknesses of a company in the relevant technological areas.
Based on the applied technologies and possible substitution technologies, this method makes it possible to generate standard strategies to answer the decision-making questions of technology management.
2.) Further development of the Technology Roadmap
By means of the identified requirements, the following starting points for a further development of the method could be identified:
§ Support of the phases ‚programme planning and evaluation' up to 'strategic control'
§ Design for continuous application
§ Upgrading to a 'collaboration-capable' method
The extension of the method towards 'programme planning and evaluation' and 'strategic control' changes the character of the Technology Calendar from an instrument for strategic planning into a holistic management instrument covering planning, steering and control.
While the Technology Calendar synchronizes product and production technologies with the planned product programme according to their 'date of arrival', the core target of the enhanced Technology Roadmap approach is the continuous management of all activities necessary to prepare technologies for future products.
3.) Adaptation of the "Projektreifegradmethode" and integration of the "Projektreifegradmethode" with the Technology Roadmap
The "Projektreifegradmethode" is a method for the multi-project management and was embedded into the Technology Roadmap in order to continuously monitor the 'strategy implementation'. It also represents a link to the operative technology management. As mentioned before, there are specific challenges in the management of collaborations. Due to its special flexibility the "Projektreifegradmethode" could be adapted to these requirements.
The procedure for integrating methods was systematically derived. The functional integration was realised by a process model, the data integration by a data model with consistent classifications and nominations. For modelling, the object-oriented modelling language 'Unified Modelling Language' was used.
The result of the thesis is a method described in full detail which fulfils essential requirements of a collaboration-capable, strategic technology management in the sense of a reference process of which important components have been proven by practical experience.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-47040.html