Fraunhofer-Gesellschaft

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Zur Problematik der Datumskennzeichnung von Lebensmitteln. 2. Mitteilung: Überlegungen über vorwiegend abiotisch verderbende, vorverpackte Lebensmittel

 
: Heiss, R.

Ernährungs-Umschau 29 (1982), Nr.9, S.290-297
ISSN: 0340-2371
ISSN: 0174-0008
ISSN: 0340-2320
ISSN: 0014-021X
Deutsch
Zeitschriftenaufsatz
Fraunhofer ILV ( IVV) ()
Kennzeichnungsverordnung; Qualitätsänderung; Haltbarkeit; Temperatur; Verpackung; Aufklärung

Abstract
Durch die Richtlinie des Rates der EG vom 18.12.1978 "zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Etikettierung und Aufmachung von für den Endverbraucher bestimmten Lebensmitteln sowie die Werbung hierfür" werden die Datumsangaben auf Fertigpackungen durch die grundsätzliche Verpflichtung zur Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums vereinheitlicht. Ihre Umsetzung in nationales Recht ist in der Bundesrepublik Deutschland durch die "Verordnung zur Neuordnung lebensmittelrechtlicher Kennzeichnungsvorschriften" vom 22. Dezember 1981 [1] erfolgt. Nach Artikel 9 der EG-Richtlinie und damit gleichzeitig nach § 7 der neuen Lebensmittelkennzeichnungsverordnung ist das Mindesthaltbarkeitsdatum eines Lebensmittels das Datum "bis zu dem dieses Lebensmittel unter angemessenen Aufbewahrungsbedingungen seine spezifischen Eigenschaften behält". Wo diese "spezifischen Eigenschaften" ihr Ende finden, wird nicht erklärt. "Mindest" dürfte aber jedenfalls eine angemessene Distanz zu "höchst" andeuten, also zum Verfalls- oder letzten Verzehrsdatum. Wenn die Absicht des Gesetzgebers, nur nährwertmäßig ungeschädigte, qualitativ hochwertige Lebensmittel auf den Tisch des Verbrauchers zu bringen, erreicht werden soll, muß unbedingt eine einheitliche Auffassung aller Beteiligten erreicht werden, welche Qualitätskennzeichen jeweils dem Mindesthaltbarkeitsdatum entsprechen. Gegen pauschale Mindesthaltbarkeitszeiten spricht die Vielzahl von Einflußgrößen, welche die Haltbarkeit ein und desselben verarbeiteten Lebensmittels verändern können. Die Angabe der Mindesthaltbarkeit abiotisch verderbender Lebensmittel dürfte nur dann im vollen Verbraucherinteresse funktionieren, wenn Industrie und Handel auf übersteigerte Zeitspannen verzichten, diese dann aber auch vom Verbraucher in erster Linie als Orientierungshilfe betrachtet werden.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-4386.html