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Untersuchungen zum Gesichtsfeld bei der Nutzung verschiedener Head-Mounted-Displays

Investigation of the field of vision when using various head-mounted displays
 
: Darius, S.; Sánchez Márquez, J.S.; Chegrynets, O.; Mecke, R.; Böckelmann, I.

:

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie 65 (2015), Nr.4, S.203-209
ISSN: 0173-3338
ISSN: 0944-2502
Deutsch
Zeitschriftenaufsatz
Fraunhofer IFF ()

Abstract
Einleitung
Über den Nutzen von IT-basierten Assistenzsystemen, die den Werker bei der Ausübung seiner Tätigkeit durch die Einblendung von Informationen im Sichtfeld unterstützen, wurde in mehreren Arbeiten berichtet. Für die Gewährleistung der Arbeitssicherheit ist zu untersuchen, ob Verdeckungen im Sichtfeld eines Auges durch die Verwendung von Head-Mounted-Displays (HMD) ein Problem für den Nutzer darstellen. In dieser Arbeit wurde untersucht, inwieweit das Gesichtsfeld bei der Nutzung verschiedener HMD-Typen tatsächlich eingeschränkt ist.

Methodik
An der Studie nahmen 25 gesunde Probanden im Alter von 25,5 ± 4,0 Jahren freiwillig teil. Das Gesichtsfeld wurde mit dem Neglect-Test der Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung und statischer Rasterperimetrie überprüft, die periphere Wahrnehmung mit einem Verfahren des Wiener Testsystems. Alle Tests wurden unter Verwendung zweier verschiedener HMD-Geräte durchgeführt: zum einen mit dem NOMAD-Gerät und zum anderen mit dem LitEye-Gerät. Zur Kontrolle wurden das Gesichtsfeld und die periphere Wahrnehmung auch ohne Gerät überprüft.
Ergebnisse

Die Untersuchung des Gesichtsfeldes mit dem Neglect-Test ergab unter allen Versuchsbedingungen vergleichbare Ergebnisse. Im Perimetriebefund waren unter Verwendung des NOMAD-Gerätes im oberen Bereich und unter Nutzung des LitEye-Gerätes auf der rechten Seite Gesichtsfeldausfälle zu beobachten. Die Untersuchung der peripheren Wahrnehmung ergab, dass mit dem LitEye-Gerät die Signale auf der rechten Seite nicht erkannt wurden. Das zentrale Gesichtsfeld war nicht eingeschränkt.
Schlussfolgerungen

Die Einschränkung im peripheren Gesichtsfeld unter Verwendung der HMD ist anwendungsspezifisch zu berücksichtigen. Die Beeinträchtigung ist bei der Nutzung des LitEye-Gerätes auf der rechten Seite erheblich. Insbesondere für mobile Anwendungen in der industriellen Fertigung sollte dies besonders berücksichtigt werden, da z. B. Warnsignale oder Objekte auf der rechten Seite teilweise verdeckt werden können.

 

Introduction: The benefits of computer (IT)-based assistance systems for supporting workers in pursuance of their occupation by superimposing information within the field of vision is well known. In the interests of occupational safety it is necessary to known whether a problem is caused by masking parts of the visual field when using head-mounted displays (HMD). The aim of this study was to investigate to what extent HMD actually reduce the visual field of users. Methods: A total of 25 healthy volunteers (average age 25.5 ± 4.0 years) participated in this study. The visual field was investigated by applying the neglect test from the test battery for attentional performance (TAP) and the static perimetry. Peripheral perception was tested with the peripheral perception test from the Vienna test system (VTS). All tests were performed using two different types of HMD: NOMAD and LitEye. For controls all tests were also completed without HMD. Results: The examination of the visual field with the neglect test revealed similar results in all cases. Restrictions in the field of vision were observed in both HMD systems: in the upper field of vision when using the NOMAD HMD and on the right side in the case of the LitEye system. The peripheral perception test confirmed the results for the LitEye HMD. The central visual field was not affected. Conclusion: Restrictions in the peripheral visual field when using HMD have to be specifically taken into consideration depending on the technology used. Using LitEye technology impairment of the visual field is substantially on the right side. This information must be taken into account especially in mobile applications because warning signals or objects on this side could be partially concealed.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-418402.html