Fraunhofer-Gesellschaft

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IFFOCUS. 2015/1: Hightech für mehr Ertrag

 
: Schenk, Michael
: Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -Automatisierung -IFF-, Magdeburg

:
Volltext urn:nbn:de:0011-n-4131663 (11 MByte PDF)
MD5 Fingerprint: 86cde23fed473cf1f2aac04147bec24b
Erstellt am: 9.9.2016


Magdeburg: Fraunhofer IFF, IFFOCUS (2015), 60 S.
Deutsch
Zeitschriftenheft, Elektronische Publikation
Fraunhofer IFF ()
digitale Landwirtschaft; Hautscanner; Ressourcen- und Energieeffizienz; stabiles Stromnetz; Energiemix; technische Assistenzsysteme für den Menschen

Abstract
Die Digitalisierung durchdringt nicht nur unseren Alltag – als Bestandteil der Arbeitswelt hat sie alle Bereiche erobert. Längst steckt auch die Landwirtschaft voller Hightech. Digitale Lösungen helfen Landwirten dabei, ihre Ressourcen effizienter einzusetzen, um ihre Erträge zu steigern und nachhaltiger zu wirtschaften. Spannend ist dabei die Frage, wie das die Arbeitsplätze und die Arbeitsweise in der Land- und Forstwirtschaft verändert. Davon wollen wir Ihnen in diesem Heft berichten. Als ein produktionstechnisches Institut, das ursprünglich in der Fabrikplanung zu Hause war, haben unsere Wissenschaftler in den vergangenen Jahren ihren Produktionsbegriff erweitert: Von der Pflanzenforschung bis hin zur Reststoffverwertung haben wir auch hier den gesamte Produktionskreislauf im Blick.
Früher richtete der Bauer seinen Blick zum Himmel – er konnte nur hoffen, dass das Wetter ihm keinen Strich durch seine Tagesplanung machte. Heute blickt der Landwirt über den Horizont hinaus: Mit seinen smarten
Helfern wie z. B. Wetter-Apps weiß er, was ihn in den nächsten Stunden erwartet. Aber es geht noch viel weiter, wenn die Erntemaschine dank hyperspektraler Messtechnik durch die verhüllenden Blätter des Blumenkohls schauen kann und weiß, welcher der Köpfe erntereif ist und welcher besser noch stehenbleibt. Auf der anderen Seite lassen sich zeitaufwändige oder körperlich anstrengende Arbeiten zunehmend verringern oder ganz den Maschinen übertragen. Beispiel Spargelernte: Alle Jahre wieder fehlen die Erntehelfer. Wo heute automatisierte Helfer solche Tätigkeiten übernehmen, können die Beschäftigten in den Forsten oder auf den Höfen und Äckern besser an anderen Stellen eingesetzt werden. Der Mensch braucht nicht um seinen Platz zu bangen. Maschinen folgen nur ihrer Programmierung: Öfter, als man denkt, muss man eingreifen, wenn sich beispielsweise Tiere oder Gegenstände auf dem Feld befinden. Und was kann schon das traditionelle Wissen und Gespür eines Landwirtes ersetzen, das oftmals in einem Betrieb über Generationen erarbeitet wurde. Hier arbeitet man schließlich in und mit der Natur. So kommt es in der Land- und Forstwirtschaft, wie auch in jeder modernen, zunehmend digitalisierten Industrie-4.0-Fabrik, auf die Teamarbeit zwischen Mensch und Maschine an. Damit kennen wir uns am Fraunhofer IFF bestens aus. So entwickeln wir beispielsweise mit Landmaschinenherstellern Assistenzsysteme als wertvolle Hilfsmittel, die es dem Landwirt erlauben, Schädlingsbefall oder Nährstoffmangel früh zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Dazu muss er nicht immer gleich die »chemische Keule« einsetzen, sondern kann präzise abwägen. Er kann immer das Ganzheitliche im Blick behalten – und bewahrt so die Bestände und erhöht sogar die Erträge. Für eine präzise, ressourceneffiziente und damit ertragsreiche Land- und Forstwirtschaft, die nachhaltig ist.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-413166.html