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Grundlegende Anforderungen zur effizienten Raumdekontamination (u.a. Intensivstationen und OPs) mit Wasserstoffperoxid

Vortrag gehalten bei Die Klinikimmobilie der nächsten Generation 2016, Wegweisende Impulse aus der Praxis für eine bessere Ökonomie und Performance, 6. Fachkongress am 22. und 23. Juni 2016, Frankfurt am Main
 
: Keller, Markus

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Präsentation urn:nbn:de:0011-n-4047792 (2.8 MByte PDF)
MD5 Fingerprint: fb994b79efe5b9ae68184abe27e9c66d
Erstellt am: 26.7.2016


2016, 44 Folien
Fachkongress "Die Klinikimmobilie der nächsten Generation" <6, 2016, Frankfurt am Main>
Deutsch
Vortrag, Elektronische Publikation
Fraunhofer IPA ()
Reinraumtechnik; Wasserstoffperoxid; Pharmazie; Gesundheitswesen; Dekontamination; hygienisches Design; Krankenhaus; Raum

Abstract
Die Raumdekontamination mit Wasserstoffperoxid ist ein effektives, modernes und vom Robert-Koch-Institut anerkanntes Dekontaminationsverfahren für Räumlichkeiten jeglicher Art. Dabei müssen alle zu dekontaminierenden Oberflächen vom luftgetragenen Dekontaminationsmedium Wasserstoff gut erreichbar sein. Die eigentliche Dekontamination geschieht aufgrund einer mikroskopischen Kondensation des luftgetragenen Wasserstoffperoxids auf den Materialoberflächen. Alle eingesetzten Bau- und Konstruktionsmaterialien müssen somit gegen Wasserstoffperoxid chemisch beständig sein. Eine ausreichende Isolierung des Raumes gegenüber umgebenden Räumlichkeiten incl. funktionsfähiger Zugangsbeschränkung muss während der Dekontamination gewährleistet sein. Eine Prozessüberwachung misst die vorhandene Wasserstoffperoxid-Konzentration im zu dekontaminierenden Raum. Begleitende Messsysteme überwachen umgebende Räume aufgrund des Arbeitsplatz- und Personenschutzes. Im Rahmen einer Validierung der Raumdekontamination werden Bioindikatoren an vorab definierten kritischen Kontrollpunkten eingesetzt. Ziel ist das Erreichen einer log-6-Redkution des Keimes „Bacillus stearothermophilus“. Sind diese grundlegenden Punkte erfüllt, kann ein Raum innerhalb von einer Stunde effizient dekontaminiert werden.
Ein wichtiger Aspekt hinsichtlich der gesamten Dekontaminationsdauer und somit der zeitlichen Effizienz ist die darauffolgende Belüftungsphase, in der so schnell als möglich eine Reduktion der Wasserstoffperoxid-Konzentration unter dem Grenzwert der geltenden maximalen Arbeitsplatzkonzentration von 0,5 ppm(V) erreicht werden muss. Hier kommt ein weiterer wichtiger Aspekt hinsichtlich einer geeigneten Materialauswahl zum Tragen: Verschiedene Bau- und Konstruktionsmaterialien zeigen eine starke Absorption von luftgetragenem Wasserstoffperoxid während der Dekontaminationsphase mit einer darauf folgenden langen Desorptionsphase während der Belüftung. Eine ungeschickte Materialauswahl kann somit unter Umständen zu einer sehr langen Belüftungsphase eines Raumes führen. Dieses Phänomen ist eines der Hauptgründe der Diskrepanz von theoretischen zu realen Werten bei der Abschätzung der Belüftungsphase einer mit Wasserstoffperoxid zu dekontaminierenden Umgebung (OP. Intensivstation, Patientenzimmer). Eine gezielte Materialauswahl in Verbindung mit den erforderlichen gebäude- und messtechnischen Anforderungen ermöglicht eine Raumdekontamination mit Wasserstoffperoxid in wenigen Stunden.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-404779.html