Fraunhofer-Gesellschaft

Publica

Hier finden Sie wissenschaftliche Publikationen aus den Fraunhofer-Instituten.

Entwicklung patientenspezifischer Orbitabodenimplantate - Ergebnisse und Perspektiven

 
: Rotsch, Christian; Grunert, Ronny; Töppel, Thomas; Ehrhardt, Christoph; Wagner, Maximilian; Essig, Harald

Kniffka, W.:
Rapid.Tech - International Trade Show & Conference for Additive Manufacturing : Proceedings of the 13th Rapid.Tech Conference Erfurt, Germany, 14 - 16 June 2016
München: Hanser, 2016
ISBN: 978-3-446-45060-8
ISBN: 978-3-446-45017-2
ISBN: 3-446-45017-3
S.312-318
Rapid.Tech Conference <13, 2016, Erfurt>
Deutsch
Konferenzbeitrag
Fraunhofer IWU ()
Orbita; Generative Fertigung; Implantat; Formgedächtnismaterial; patientenspezifische Implantate

Abstract
Patientenspezifische Titanimplantate werden für die Behandlung von Knochenfrakturen verwendet, so zum Beispiel in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Durch diesen Ansatz ergeben sich folgende Vorteile:
-Anatomisch korrekte Form des Implantats
-Keine manuellen Arbeitsschritte für die Formgebung erforderlich, zum Beispiel Schneiden und Biegen eines Titannetzes
-Biokompatibles Material
-Verminderung des Verletzungsrisikos kritischer anatomischer Strukturen (Nerven, Blutgefäße etc.)
-Reduzierung der Operationszeit um ca. 30 bis 40 Minuten
-Vermeidung von Folgeoperationen
Die für den Chirurgen relevante knöcherne Struktur wird in den CT-Bildern eingezeichnet. Anschließend erfolgt die Berechnung eines virtuellen 3D-Modells. Direkt auf dem virtuellen Modell wird das patientenspezifische Implantat konstruiert. Das Implantat enthält dabei auch Befestigungsmöglichkeiten für Knochenschrauben, um eine feste Verbindung sicherzustellen. Der letzte Schritt ist der Export des virtuellen Implantats als STL-Datei für den generativen Fertigungsprozess.
Für die Verwendung derartiger Implantate als Medizinprodukt müssen strenge Anforderungen an die fertigungstechnischen Prozesse sowie das Qualitätsmanagement gestellt werden.
Im Rahmen des Beitrages wird die Prozessfolge von der klinischen Befunderhebung bis zum fertigen patientenspezifischen Implantat erläutert.
Ferner wird ein Ausblick zur Anwendung pseudoelastischer Nickel-Titan-Materialien für patientenspezifische Orbitabodenimplantate gegeben. Ihre spezifischen Materialeigenschaften werden genutzt, um flexible und dennoch stabile Implantate herzustellen. Die NiTi-Implantate werden in komprimierter Form über kleine Zugänge in den Körper implantiert. Beim Erreichen der Defektstelle entfaltet sich das Implantat ähnlich einem Stent in seine finale Geometrie. Das operative Trauma kann somit weiter verringert werden.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-399577.html