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Geosolare Wärmeversorgung für die Neubausiedlung "Zum Feldlager" in Kassel

 
: Best, Isabelle; Orozaliev, Janybek; Vajen, Klaus; Schurig, Marlen; Schmidt, Dietrich; Reul, Oliver; Ebert, Thorsten

Vajen, Klaus (fachl. Gesamtleitung) ; Ostbayerisches Technologie-Transfer-Institut e.V. -OTTI-, Bereich Erneuerbare Energien:
Thermische Solarenergie. Energiewende: Wärme : 26. Symposium; 20. bis 22. April 2016, Kloster Banz, Bad Staffelstein
Regensburg: OTTI, 2016 (Wissen für Profis)
ISBN: 978-3-943891-65-2
ISBN: 3-943891-65-8
S.42-45
Symposium Thermische Solarenergie <26, 2016, Bad Staffelstein>
Deutsch
Konferenzbeitrag
Fraunhofer IBP ()

Abstract
Die geosolare Nahwärmeversorgung kombiniert bewährte Technologien zu einem wirtschaftlich vorteilhaften und energetisch effizienten Wärmeversorgungsystem. Niedrige Vorlauftemperaturen und jahreszeitabhängige Betriebsmodi spielen dabei eine Schlüsselfunktion. Die Nahwärmevorlauftemperatur ist der Bedarfstemperatur der Raumheizung (Flächenheizung) bestmöglich angepasst. Erhöhte Wärmeverteil-verluste werden durch die niedrige Vorlauftemperatur gekonnt vermieden. Zusätzlich wird während der Schwachlastperiode (Sommerbetrieb) rein auf dezentrale Trinkwarmwasserbereitung gesetzt. Die zentrale Wärmequelle (Sole-Wasser-Wärmepumpe) ist während der Schwachlastperiode nicht in Betrieb. Das Wärmenetz verursacht dadurch von Mai bis September keine Wärmeverteilverluste. Auf dieser Basis ist es möglich, ein Nahwärmenetz auch für eine Niedrigenergiehaussiedlung mit typisch sehr niedrigen Wärmebedarfsdichten wirtschaftlich zu betreiben. Des Weiteren wird das Nahwärmenetz jahreszeitabhängig bidirektional betrieben. Die bestehende Infrastruktur wird dabei genutzt solare Wärme außerhalb der Heizperiode zum Erdreich zu transportieren. Durch das Nahwärmenetz gelingt es, die temperatursensiblen regenerativen Wärmequellen Geothermie und Solarthermie zu einem innovativen und effizienten Wärmebereitstellungssystem zu verknüpfen. Die geosolare Nahwärmeversorgung ist für die Siedlung zudem günstiger als ein dem Stand der Technik entsprechendes Wärmebereistellungssystem mittels Gas-Brennwertkessel und solarthermischer Trinkwarmwasserunterstützung für jeden Haushalt.
Auf Basis der ökologischen und wirtschaftlichen Betrachtung entschied sich die Stadt Kassel die geosolare Wärmeversorgung für das Baugebiet "Zum Feldlager" umzusetzen. Im November 2015 startete zur Vorplanung das BMWi geförderte F&E-Verbundvorhaben "Geosolare Nahwärmeversorgung für die Siedlung 'Zum Feldlager' ". Baubeginn der Siedlung wird voraussichtlich Anfang 2018 sein.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-396074.html