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Operationserfolg nach Kanaloplastik - ist die Fadenspannung entscheidend?

 
: Zarmas-Röhl, S.; Liekfeld, A.; Schröter, U.; Mauger, O.; Storsberg, J.

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Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde 232 (2015), Nr.S 01, Paper KV31
ISSN: 0023-2165
ISSN: 0344-6360
ISSN: 0344-6387
ISSN: 0023-2165
ISSN: 1439-3999
Berlin-Brandenburgische Augenärztliche Gesellschaft (Tagung) <2015, Berlin>
Deutsch
Zeitschriftenaufsatz, Konferenzbeitrag
Fraunhofer IAP ()

Abstract
Hintergrund: Ziel dieser Studie war es, die Rolle der Fadenspannung im Schlemm-Kanal und ihre Auswirkungen auf die Augendrucksenkung sowie deren Einfluss auf postoperative Komplikationen nach Viskokanaloplastik zu untersuchen.
Methode: 16 Augen, bei denen eine unkomplizierte 360 °-Kanaloplastik erfolgte, wurden in diese Studie eingeschlossen. Intraoperativ wurden 2 Prolene-10/0-Fäden in den Schlemm-Kanal platziert und gespannt über dem Descemetfenster geknüpft. An einem weiteren Faden wurde die Zirkumferenz des Schlemm-Kanals vor und nach Fadenspannung markiert, vor Operationsende wurde dieser Faden wieder aus dem Kanal entnommen und anschließend vermessen. Die Messung der Fadenlängen erfolgte nach 2D-Bilder-Zusammensetzung mit einem digitalen Mikroskop mit einer 600-fachen Vergrößerung. Die prozentuale Größe der Fadenkürzung stellte dabei das Maß der Fadenspannung dar und wurde anschließend mit der postoperativen Tensionssenkung nach 1 Monat und 3 Monaten korreliert. Ferner wurde das Vorkommen von postoperativen Komplikationen ausgewertet.
Ergebnisse: Der durchschnittliche Augendruck wurde signifikant von präoperativ 20,75 ± 4,96 mmHg mit 1,81 ± 1,17 Medikamenten auf postoperativ 12,93 ± 3,17 mmHg mit 0 Medikamenten nach 1 Monat und auf 13,20 ± 3,05 mmHg mit 0,30 ± 0,48 Medikamenten nach 3 Monaten gesenkt. Die durchschnittliche Fadenlänge betrug 46,98 ± 2,65 mm und wurde durch die Fadenspannung um 3,89 ± 2,88% verkürzt. Eine Korrelation zwischen prozentualer Größe der Fadenkürzung und Augendrucksenkung konnte nicht nachgewiesen werden. Bei 3 Patienten bestand nach 3 Monaten postoperativ eine Zunahme des subjektiven Astigmatismus von über 3dpt, bei einem Patienten zeigte sich eine periphere Descemetolyse. Weitere postoperative Komplikationen kamen nicht vor. Die Zunahme des postoperativen Astigmatismus von über 3dpt erfolgte bei den 3 Patienten mit der stärksten Fadenspannung von 4,69% und mehr.
Schlussfolgerung: Eine positive Beeinflussung der Augeninnendrucksenkung durch Zunahme der Fadenspannung konnte nicht nachgewiesen werden. Eine zu starke Fadenspannung scheint zu einem höheren Astigmatismus zu führen und sollte daher eher vermieden werden.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-377815.html