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Erweiterte Röntgenschattenrissanalyse zur Messung des linearen Polyethylenabriebs zementfreier Endoprothesenpfannen - eine Pilotstudie mit CT-Vergleichsmessung der Explantate

Vortrag gehalten auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie, DKOU 2015, Hinterm Horizont, 20. - 23. Oktober 2015, Berlin
 
: Prietzel, Torsten; Sommer, Gerald; Schleifenbaum, Stefan; Funke, Kerstin; Dubitzki, S.; Zajonz, Dirk; Zeidler, Suzanne; Grunert, Ronny

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Präsentation urn:nbn:de:0011-n-3663815 (1.1 MByte PDF)
MD5 Fingerprint: 0d5eb3335c6d41fb1787c8e2fd56c512
Erstellt am: 13.11.2015


2015, 11 Folien
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) <2015, Berlin>
Deutsch
Vortrag, Elektronische Publikation
Fraunhofer IWU ()
Hüftendoprothetik; CT-Analyse; Polyethylenabrieb; Röntgenschattenrissanalyse

Abstract
Mit der Röntgenschattenrissanalyse steht eine Messmethode zur Verfügung, die als integraler Bestandteil der HTEP-Planungssoftware zur routinemäßigen Messung von Inklination und Anteversion zementfrei implantierter HTEP-Pfannen dient. Das Ziel der vorliegenden Pilotstudie bestand darin, die Funktionalität dieser Methode um die Messung des Polyethylen(PE)-abriebs zu erweitern. Zur Validierung sollte an ausgewählten Fallbeispielen überprüft werden, ob mit der erweiterten Röntgenschattenrissanalyse der PE-Abrieb zementfreier Pfannen mit hinreichender Präzision gemessen werden kann.
Basierend auf der Hüftendoprothesenplanungssoftware mit pseudodreidimensionaler Pfannendarstellung wurde mit der Röntgenschattenrissanalyse (RSRA) eine Methode zur Messung von Inklination und Anteversion zementfreier röntgendichter Pfannen entwickelt, welche auf einer Überlagerung der Planungsschablonen mit dem Röntgenschattenriss der Pfanne basiert. Die Software wurde dahingehend ergänzt, dass gleichfalls durch Überlagerung die reale Position des Hüftkopfes erfasst und deren Abweichung vom Pfannenzentrum als Ausdruck des linearen PE-Abriebs gemessen werden kann. Mit dieser Messfunktion wurde die Kopfdezentrierung in den a.p.-Röntgenaufnahmen von 8 Fällen gemessen, von denen jeweils PE-Inlay-Explantate ohne wesentliche Entnahmeartefakte vorlagen. Zur Validierung erfolgte eine Vermessung von 3 Explantaten mit einem Mikro-CT, wobei jeweils unbenutzte identische PE-Inlays zum Vergleich dienten.
Zur Analyse standen 8 HTEP-Revisionsfälle zur Verfügung, von denen präoperative Röntgenaufnahmen, vollständige Implantatangaben, unzerstörte PE-Inlay-Explantate und identische unbenutzte PE-Inlays als Referenz vorlagen. In allen Fällen handelte es sich um federringfixierte PE-Inlays (Enduron-Liner) der Firma Depuy. Die Implantationen waren jeweils im Zeitraum zwischen 11/1994 und 04/2006 erfolgt. Der Außendurchmesser der Pfannen lag zwischen 48 und 64 mm. Die Inlays artikulierten in 4 Fällen mit 28-mm- und in 4 Fällen mit 32-mm-Köpfen, davon 2 Keramik- und 6 Metallköpfe. Die Laufzeiten der Inlays lagen zwischen 6,4 und 17,2 Jahren (Mittelwert 12,7 Jahre). Mit der erweiterten Röntgenschattenrissanalyse wurden mittlere lineare Abriebwerte von 0,6 bis 4,2 mm ermittelt (Mittelwert 2,1 mm). Im Vergleich dazu ergab die CT-Messung in 3 Fällen Abriebwerte von 2,1 bis 4,2 mm. Die Abweichung der Messergebnisse beider Methoden betrug in diesen 3 Fällen 0,1, 0,3 und 0,5 mm (Mittelwert 0,3 mm).
Die Ergebnisse dieser Pilotstudie sprechen dafür, dass mit Hilfe der erweiterten Röntgenschattenrissanalyse eine hinreichend genaue Messung des linearen Abriebs von PE-Inlays zementfreier Pfannen möglich ist. Damit könnte zukünftig eine bessere Detektion, Quantifizierung und Verlaufsbeurteilung des Abriebs von PE-Inlays erfolgen, wodurch die Indikationsstellung zum Inlaywechsel erleichtert würde. Zur Validierung der Methode sind jedoch weitere Untersuchungen unter Einschluss größerer Fallzahlen erforderlich.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-366381.html