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Innovationen und Luftschadstoffemissionen. Eine gesamtwirtschaftliche Abschätzung des Einflusses unterschiedlicher Rahmenbedingungen bei expliziter Modellierung der Technologiewahl im Industriesektor. Endbericht

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung unter dem Programm "Rahmenbedingungen für Innovationen zum nachhaltigen Wirtschaften (riw). Förderkennzeichen: 07RIW8
 
: Schleich, J.; Angerer, G.; Fischer, I.; Nathani, C.; Schön, M.; Seydel, P.; Walz, R.; Meyer, B.; Lutz, C.; Distelkamp, M.; Wolter, M.-I.; Hohmann, F.
: Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung -ISI-, Karlsruhe; Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung -GWS-, Osnabrück

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Volltext urn:nbn:de:0011-n-344921 (9.6 MByte PDF)
MD5 Fingerprint: d864a90e3e4cc45230447d90287b0c42
Erstellt am: 24.10.2012


Karlsruhe: Fraunhofer ISI, 2005, 144 S. (Zusammenfassung 40 S.)
Deutsch
Bericht, Elektronische Publikation
Fraunhofer ISI ()
Endogener technischer Fortschritt; Induzierte Innovation; Nachhaltigkeit; Umweltökonomische Modelle; Bottom-up Modelle; Top-down Modelle; Klimapolitik; CO2-Steuer

Abstract
Die Abbildung des technologischen Wandels ist in den vorherrschenden umwelt-ökonomischen Modellen nicht adäquat. Technologischer Fortschritt ist in der Regel exogen, so dass Politiken ohne Einfluss auf Innovationen bleiben. Top-down Modelle überschätzen typischerweise die technologischen Substitutionsmöglichkeiten während technologie-orientierte bottom-up Modelle makroökonomische Zusammenhänge zu berücksichtigen.
In dem vorgestellten neuen Modellierungsansatz wird technologischer Fortschritt prozessspezifisch und politikinduziert abgebildet. Die Wahl zwischen limitationalen Produktionslinien (technologischen Paradigmen) wird die Stahl-, Papier-, und Zementherstellung in Deutschland explizit modelliert und in das makro-ökonometrische Modell PANTA RHei integriert. Die Technologiewahl und die Entwicklung des technischen Fortschritts (in Form des Best-practice Energieeinsatzes) werden ökonometrisch geschätzt. Die Ergebnisse zeigen für die meisten Technologien einen empirischen Zusammenhang zwischen Energiepreisen und technischen Fortschritt. Mit Hilfe der neuen Modellierung lassen sich die Wirkungen von Politiken technologie-spezifisch analysieren sowie die Politikrelevanz langer Diffusionszeiten in energie-intensiven Sektoren empirisch darstellen. Simulationen mit einer aufkommens-neutralen CO2-Steuer zeigen, dass der herkömmliche Modellierungsansatz die Minderungskosten überschätzt, dass die Steuer keinen merklichen Einfluss auf das Sozialprodukt hat und dass - da die Einnahmen zur Senkung der Lohnnebenkosten verwendet werden - es zu deutlich positiven Arbeitsplatzeffekten kommt.
In zukünftigen Arbeiten könnte die neuartige Modellierung (i) auf andere Sektoren angewendet werden, (ii) die begrenzte Substituierbarkeit der technologischen Paradigmen stärker berücksichtigen, (iii) den Einfluss von (ggf. politik-induzierten) Nachfrageverschiebungen integrieren, und (iv) um weitere regulatorische Kontextfaktoren erweitert werden.

: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-34492.html